Mein Texter-Honorar ist verhandelbar, also nur ein Vorschlag? Oder nicht? Bei Handwerkern oder Ladenpreisen ist es eher unüblich, den genannten Preis infrage zu stellen. Bei freiberuflichen Kreativleistungen wie Text oder Grafik hingegen habe ich den Eindruck, dass es mitunter wie auf dem Flohmarkt oder Basar zugeht. Geht es auch ein bisschen billiger? Ist dies ihr letzter Preis? Vermehrt höre ich in letzter Zeit solche Fragen, nachdem ich ein Angebot erstellt habe. Bin ich tatsächlich zu teuer?
Gehts auch ein bisschen billiger?
Bei uns allen sitzt das Geld nicht mehr so locker. Dennoch haben gewisse Dinge ihren Preis – und zwar nicht ohne Grund. Eine hochwertige Designer-Handtasche kostet mehr als ein Plastik-Fake aus China. Ein Bad mit frei stehender Badewanne und italienischen Marmorfliesen sind teurer als eine Standardausstattung. Ein erfahrener freiberuflicher Texter kostet mehr als schlechter Billigcontent einer Texterbörse. Zu diesem Thema hatte ich bereits mehrfach laut nachgedacht, so wie in >> diesem Beitrag. Speist der Agenturinhaber mittags beim Premium-Italiener seines Vertrauens, kostet ihn das mehr als ein Döner. Dies weiß er und stellt es kaum infrage. Aber mein Texter-Honorar ist verhandelbar und nur ein Versuch, möglichst viel herauszuschlagen? Das ist absurd.
Qualität anfragen und Schnäppchen erwarten?
In der Regel betreibe ich keine Kaltakquise, sondern potenzielle Kunden fragen mich an. Gelegentlich bewerbe ich mich auch auf Ausschreibungen. Dies geschieht dann meist über eine spezielle Freelancerbörse oder LinkedIn. Menschen kommen also auf mich zu, weil sie Bedarf an qualifiziertem Textcontent haben. Früher führte dies überwiegend recht unkompliziert zu einer Auftragserteilung. Mit meinem Honorar liege ich eher im Mittelfeld dessen, was Texter mit meiner Erfahrung und Expertise erwarten. Mondpreise rufe ich keine auf.
Meine Konditionen sind über meine Website oder seit Kurzem auch über MALT leicht erfahrbar. Gerne schnüre ich Pauschalpakete, denen letztendlich natürlich mein Stundensatz und eine Zeiteinschätzung zugrunde liegen. Immer öfter aber führt ein mit Liebe und Mühe sorgfältig kalkuliertes Angebot zu einer dieser drei Reaktionen:
Ghosting: Ich sende zeitnah ein professionelles Angebot und erhalte keinerlei Reaktion.
Oft erst auf Nachfrage, also nach Punkt eins – mitunter auch direkt, erfolgt eine Absage mit empörtem Unterton bezüglich meiner Kostenaufstellung.
Als Antwort stellt der mögliche Auftraggeber meinen Preis infrage und denkt das Texter-Honorar ist verhandelbar. Alternativ erhalte ich ein Gegenangebot, dass oftmals höchstens die Hälfte meiner Kalkulation beträgt.
Mein Texter-Honorar ist verhandelbar? Nein, die Leistung ist verhandelbar!
Dem Unternehmen ist der Preis zu hoch. Ich bin gerne bereit darüber zu sprechen. Dies heißt aber nicht, dass ich die gleiche Leistung zu einem weitaus günstigeren Preis anbiete. In er Chanel-Boutique erhalten Sie die Handtasche auch nicht zum halben Preis, weil dies genau Ihr Budget wäre. Eine Alternative ist hier eine kleinere Tasche oder vielleicht ein anderes Modell.
Mein Texter-Honorar ist verhandelbar!
Ja, das ist es. Gerne zeige ich Möglichkeiten auf, wie wir für ein begrenztes Budget doch noch zusammenkommen. Kunden sind in der Lage, den Preis zu dezimieren, in dem sie z. B.:
Eigenleistung einbringen
oder mit einem geringeren Umfang starten, der ausbaufähig ist.
Ein Rahmenvertrag ist ebenfalls eine Möglichkeit, im gesamten weniger zu zahlen. Garantiert mir ein Auftrag eine regelmäßige Auslastung, bin ich bereit, hierfür besondere Konditionen anzubieten.
Seriöse Kalkulation oder Fantasiepreis?
Meine im Angebot angegeben Honorare sind seriös und mit viel Aufwand kalkuliert. Wie also erwartet ein möglicher Kunde, dass ich einfach lapidar auf den halben Preis zurückrudere? Ein solches Verhalten bedeutet dann wohl, dass ich versuchsweise Mondpreise aufrufe, frei nach dem Motto, mal sehen, ob das durchgeht. So ist es aber nicht und daher biete ich gerne eine Einigung nach den oben genannten Kriterien an.
3 gute Gründe gegen das Einknicken beim Texter-Honorar
Wertigkeit: Mein Honorar beschreibt meinen Wert. Ist meine Leistung nur die Hälfte wert, weil der Kunde nicht genug zahlen kann oder will?
Glaubwürdigkeit: Mein Angebot ist eine ernst zu nehmende Kalkulation. Es beruht auf einem seriösen Stundensatz wie auch der Leistungsdefinition gemäß der Ausschreibung.
Anpassungsfähigkeit: Gerne passe ich meine Leistung an das Budget eines Kunden an, soweit dies machbar erscheint und Sinn ergibt. Weniger wert ist meine Leistung deswegen aber nicht.
Leistungserschleichung durch Anfrage?
Kostenlose Probetexte biete ich nicht. Bei Kollegen habe ich beobachtet, dass zunehmend aufwendige Bewerberprojekte sogar bei Ausschreibungen für Festanstellungen gefragt sind. Hier erwarten manche (angebliche) Arbeitgeber ganze Broschürentexte oder Konzepte als Teil der Bewerbung. Betreiben hier Unternehmen Job-Ghosting und verschaffen sich so kostenlosen Content?
Das Preis-Leistungsprinzip
Ich bin durchaus in der Lage, einem potenziellen Auftraggeber einen Preis zu nennen, der seinem Budget entspricht. Hier zu passe ich das Leistungspaket entsprechend an, nicht aber meine grundsätzlichen Konditionen. Mitunter tut es ja auch eine kleinere Handtasche oder eine weniger luxuriöse Badewanne. Niemand verlangt vom Handwerker das Luxusbad zum Standardpreis, denkt jedoch, ein Texter-Honorar ist verhandelbar. Warum?
Wie sieht hier die Erfahrung anderer Freelancer aus? Wer hat noch das Gefühl, dass Angebote weniger Akzeptanz als früher erfahren und die Ghosting-Rate deutlich steigt?
Meine Liebe zum Texten sorgt dafür, dass ich meinen Job wirklich mag und er mich erfüllt. Ein Produkt oder ein Projekt in Worte zu fassen, gibt diesem ein Gesicht. Text spricht an, erklärt, informiert, stiftet Sinn und macht Lust auf mehr. Meist schreibe ich Texte, die komplexe Sachverhalte verständlich darstellen und etwas bewirken.
Texte wirken und bewirken
Im medizinischen Bereich ist es oftmals meine Aufgabe, Symptome, Diagnosen und Behandlungsabläufe für den Laien verständlich zu vermitteln. Die passenden Worte schaffen es aufzuklären, Ängste zu nehmen und Perspektiven zu entwickeln. Meine Liebe zum Texten ist auch hier spürbar. Wie wichtig hier die richtige Ansprache für die jeweilige Zielgruppe ist, unterschätzen viele.
Steine zum Leben erwecken
Besonders viel Freude machen mir Texte für große Immobilienprojekte, bei denen es um eine Revitalisierung historischer Bauten geht. Die Neuerschließung und Umwandlung alter Bestandsobjekte ist eine spannende Angelegenheit. Immobilienmarketing bedeutet so viel als nur das Zeigen und Beschreiben eines Gebäudekomplexes. Hier recherchiere ich zur Historie, zu diversen Nutzungen über die Jahre und betrachte das Objekt im Kontext der Zeit- und Stadtgeschichte. Nicht zuletzt entsteht eine lebendige Vision der Zukunft.
Von der Liebe zum Texten …
Meine Liebe zum Texten kommt nicht von ungefähr. Als durch und durch kreativer Mensch erschaffe ich gerne. Jeder neue Text ist eine spannende Herausforderung und erfordert Ideen. Textkonzepte und Wörter, die diese füllen, erwecken Stein und Beton zum Leben. Ob Neubau oder Umwandlung: Texte im Immobilienmarketing machen Visionen greifbar, Pläne vorstellbar und bieten Lösungen für Kunden wie Käufer oder Mieter. Hervorragende Headlines ziehen den Blick auf sich, bewirken Neugierde und animieren zum Weiterlesen. Richtig beschrieben verursachen Fakten keine Langeweile, sondern machen viel mehr anschaulich, als es ein Bild alleine zeigt.
Durch die Zusammenarbeit eines Teams kreativer und kompetenter Köpfe entstehen so Projekt-Websites, Broschüren und alles erdenkliche Marketingmaterial. Wie texte entstehen und was dazu gehört, beschreibe ich in >> diesem Beitrag.
Zum Greifen nahe
Über Regionen, Städte oder Reiseziele schreibe ich mit großer Leidenschaft. Meine Liebe zum Texten zeigt sich in meinen Projekten. Beim Lesen den Wein schmecken, das bunte Treiben im Kiez spüren, die Sonne auf der Haut spüren und Appetit auf Spezialitäten wecken: dies alles bewirkt ein durchdachter und anschaulicher Text.
Die richtigen Worte machen die Dinge greifbar und erfahrbar, sie schaffen Fakten und geben Informationen. Auch gesellschaftliche Themen interessieren mich brennend und ich schreibe darüber.
Dies alles bewirkt meine Liebe zum Texten und macht es so spannend:
Austausch mit Kunden und Kollegen definiert Ziele und spornt an.
Recherche gibt Einblicke und schafft neue Dimensionen.
Der richtige Ton erreicht Menschen und trifft die entsprechende Zielgruppe mitten ins Herz.
Besondere Headlines treffen den Punkt und bleiben im Kopf.
Wörter kreieren Welten und lebendige Geschichte(n).
Hervorragender Text trägt maßgeblich zum Projekterfolg und somit zur eigenen Zufriedenheit bei.
Mit jedem neuen Text lerne ich dazu und erweitere meinen Horizont.
Mit Liebe zum Detail texten
Texten erfordert Handwerk und Kreativität, Mut, out of the box zu denken, Einfühlungsvermögen und eine Menge Allgemeinwissen. In meine Texte fließen meine Erfahrungen ein, meine Ideen und Fähigkeiten. Am Ende des Tages entsteht aus einer Abfolge von Wörtern ein sinnstiftender Text. Dies alles liebe ich an meiner Tätigkeit. Dennoch ist das Texten echte Arbeit. Nach mehreren Stunden intensivem Schreibens bin ich oft so erschöpft, dass ich zittere. Es ist eine Arbeit, die ein extremes Maß an Konzentration erfordert, was meiner Liebe zum Texten jedoch keinen Abbruch tut.
Auf LinkedIn teile ich ebenfalls meine Gedanken und schreibe über meine Liebe zum Texten. Neu hier ist auch meine Kolumne, in der ich laut über diverse Themen nachdenke.
Ist ihr Job für sie mit Liebe zu der Tätigkeit verbunden oder eher eine Notwendigkeit?
Warum sind Dumpingpreise im Textbereich so verbreitet? Nicht zum ersten Mal denke ich laut über das Thema nach. Doch jeder Tag gibt mir mindestens einen guten Grund, über Dumpingpreise zu staunen.
Im Internet finde ich auf den gängigen Social-Media-Plattformen und Job- und Fachportalen unzählige Angebote und Gesuche. Ob für Festanstellungen, kreative Projekte oder sonstige Dienstleistungen aller Art wie auch Handwerksaufträge: Menschen suchen und finden. Bei mancher Anzeige frage ich mich aber, ob hier jemals eine Zusammenarbeit möglich ist. Warum nur?
Dumpingpreise oder Marktlage?
Handwerker sind gefragt, denn wir alle benötigen Reparaturen, neue Bäder oder gar ein Haus. Aber brauchen Unternehmen weder Texte noch Content-Strategie für ihr Geschäft und ihre Produkte? Was denken Sie, wenn Sie diese Anzeige im Netz finden?
Handwerker gesucht!
Suche eine kompetente Firma, die mein Bad komplett saniert!
Meine Vorstellung vom Traumbad:
raumhoch gefliest und Fliesenboden
neue Anordnung der Elemente
bodentiefe Dusche und frei stehende Badewanne
hochwertige Armaturen und Heizkörper als Handtuchhalter in Gold oder Schwarz
diverse Premiumfliesen
Fertigstellung innerhalb der nächsten vier Wochen
Preisvorstellung: 250,00 €.
Dumpingpreise akzeptieren?
Spätestens hier verschluckt sich der erste Leser. Komma bedeutend verrutscht oder ist es ein verspäteter Aprilscherz? Kein Mensch käme auf den Gedanken, solide Handwerksleute nach solchen Konditionen zu fragen. Eine Texterin oder Texter allerdings schon.
Handwerk hat goldenen Boden, Texten wohl nicht
Wir Autoren sind täglich mit Ausschreibungen und Anfragen dieser Art konfrontiert. Unternehmen suchen Schreiberlinge für 20 Stunden pro Woche auf Minijobbasis, gerne auch für 500 € monatlich als Freiberufler. Dazu hat der Auftraggeber oft recht fantasievolle Vorstellungen vom Umfang, der in dieser Zeit zu absolvieren ist.
Eine Ghostwriting-Agentur benötigt wissenschaftliche Texte aller Art, die einen einschlägigen akademischen Hintergrund und zusätzliche Texterqualitäten erfordern. Dafür bieten sie 15 bis 30 Euro pro Seite inklusive Briefing, Kommunikation, Recherche und Korrekturphase. Als Benefit werben sie mit pünktlicher Bezahlung.
Wow! Das ist fast noch beeindruckender als der Obstkorb bei Festanstellung.
Zahlung ohne Mahnverfahren als Benefit! Da arbeite ich doch gerne zu einem Honorar unter Mindestlohn. Lieber der Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach, oder?
Dumpingpreise und Benefits
Dieses umwerfende Argument der pünktlichen Bezahlung eignet sich doch auch hervorragend für die Suche nach dem Badsanierer, oder? Komm, mach mir das Bad und freu dich, wenn ein paar Cent am Ende hängen bleiben.
Warum also denken Unternehmen, ein Freelancer freut sich über Textaufträge mit einem Stundensatz, der auf 3,50 € pro Stunde hinausläuft? Und noch schlimmer: Warum erwarten sie mit vollem Ernst auch noch einen fundierten Background, eine extrem strukturierte Arbeitsweise und beeindruckende Ergebnisse in kurzer Zeit?
Kreative Dumpingspreise aller Art
Mindestens genauso schlimm sind Wortpreise, die selbst bei flotter Arbeitsweise umgerechnet Stundenlöhne von vier bis sieben Euro ergeben. Natürlich selbstständig, versteht sich, damit alle Lohnnebenkosten beim Beauftragten hängenbleiben.
Ich komme ins Grübeln. Gute Handwerker:innen sind in der Tat begehrtes Gut und kaum als Schnäppchen zu haben. Hochwertige Leistung kostet hier oftmals richtig viel Geld. Die Rechnung wird in der Regel anstandslos bezahlt, gerade bei fachgerechter, anständiger Leistung.
In meinem Blogbeitrag zum Thema Texthonoraregehe ich näher auf darauf ein, was hinter einem guten Text steckt. Hier beleuchte ich Voraussetzungen und Aufwand genauer.
5 Gründe, mehr zu zahlen
Ob Handwerksprojekt oder Textcontent: Letztendlich sind es genau die gleichen 5 Gründe, die für eine angemessene Bezahlung und gegen Dumpingpreise sprechen:
Der Beauftragte versteht seinen Job und damit meine Vorstellungen und Bedürfnisse.
Ich wünsche eine unkomplizierte, pünktliche Abwicklung.
Eine zeitnahe, fachgerechte Ausführung ohne viele Nachbesserungen ist mir wichtig.
Die Beauftragten verstehen ihr Handwerk und bringen den richtigen fachlichen Hintergrund mit.
Das Ergebnis entspricht meinen Vorstellungen und Erwartungen und bietet ein nachhaltig überzeugendes Ergebnis.
Natürlich ist ein höherer Preis kein Garant für ein optimales Ergebnis, weder beim Handwerksauftrag noch beim Textcontent. Schwarze Schafe, Missverständnisse oder mangelnde Kompetenzen finden sich in allen Bereichen an der einen oder anderen Stelle. Aber umgekehrt ist es völlig logisch, dass mir weder Fliesenleger noch Autoren für einen Minipreis ein anständiges Ergebnis liefern.
Sicher finden Sie irgendeinen Menschen, der weit unter Marktpreis Ihren Auftrag ausführt. Vermutlich geschieht dies schwarz und ohne richtige Ausbildung, anständige Werkzeuge oder die nötigen Kenntnisse. Aber ein nicht nur ein unvorhergesehenes anschließendes Leck im Rohr schadet und bedarf einer Nachbeauftragung von Fachleuten, die dann richtig ins Geld geht.
Auch schlechter Text bietet keinen Mehrwert und schadet. Er kostet Zeit und Nerven und wie heißt es nicht umsonst so schön? Wer billig kauft, kauft zweimal.
Wie denken Sie über die Bereitschaft, für Handwerksleistungen wesentlich mehr Geld auszugeben als für kreative Denk- und Gestaltungsleistungen? Haben auch Sie solche Erfahrungen gemacht?
Weitere spannende Themen finden sich hier auch auf dem Blog.
Sind Frauen im Job besonders von Altersdiskriminierung betroffen? Ja, das sind sie, sage ich und spreche aus Erfahrung. Frauen haben ganz einfach nahezu immer das falsche Alter für den beruflichen Ein- oder Aufstieg. Ein Grund ist offensichtlich.
Frauen bekommen Babys mitunter jedenfalls oder auch des Öfteren. Manche sogar mehrmals. Anzunehmen, dass dies etwas Gutes ist, wäre doch vernünftig, oder? Schließlich hält dies die Menschheit am Fortbestehen und produziert zudem neue Arbeitskräfte. Vor allem sind diese Nachkommen Menschen, die uns versorgen, wenn wir nicht mehr arbeiten. Ach ja, da war ja noch ein nicht unerheblicher Faktor. Männer sind an diesem Prozess auch beteiligt. Ohne sie funktioniert die ganze Fortpflanzungsprozedur (bisher) gar nicht. Nicht zu vergessen, dass Frauen sowohl weibliche als auch männliche Nachkommen in die Welt setzen. Wobei der Mann über das Geschlecht entscheidet, aber dies ist eine andere Sache …
Altersdiskriminierung junger Frauen
Bewirbt sich eine junge Frau, denkt ein Arbeitgeber oftmals an mögliche Schwangerschaften, Mutterschutz und Erziehungszeiten. Auch ein Mann hat Anspruch auf Elternzeit, aber diese nutzen viele Väter nur rudimentär. Täten sie es öfter, hätten Unternehmen einen Grund, sich vor beiden Bewerbergruppen gleichermaßen zu fürchten. Denn Arbeitgeber „befürchten“, dass eine Frau einen Kinderwunsch besitzt. Frau erhält den Job oftmals nur, weil sie besser qualifiziert oder billiger oder beides ist. Hier wartet schon das nächste Fass, die Gender Pay Gap, doch dazu mehr ein anderes Mal. Die Tatsache einer möglichen Gebärfähigkeit erleichtert es in jungen Jahren gewisslich nicht, einen Job zu finden.
Mittelalt im Job als Frau? Gibt’s hier Altersdiskriminierung?
Du bist als Frau aus dem Gröbsten raus, zumindest, was die Gebärfähigkeit, Babys und Kleinkinder oder anzunehmende Schwangerschaften betrifft. Dennoch scheinst du einfach nicht die perfekte Arbeitskraft zu sein. Kommt doch noch die Torschlusspanik? Beschließt die Frau auf den letzten Drücker doch noch ein Kind zu bekommen? Oder sie hat bereits welche? Beides lehrt Arbeitgeber wieder das Fürchten. Und warum vor allem? Schwangerschaften sind selten willkommen. Vorhandene Kinder leider auch nicht. Eine kinderlose Frau macht sich jedoch auch auch irgendwie verdächtig.
Aktive Altersdiskriminierung im Bewerbungsprozess
Mich hat mein männliches Gegenüber in einem Vorstellungsgespräch tatsächlich gefragt, was ich mit dem Kind mache, wenn ich arbeite. Zu diesem Zeitpunkt war mein Sohn 14 Jahre alt und ging bereits in die Oberstufe. Ganz zu schweigen davon, dass ich ihn bisher auch durch Arbeit ernährt und unser Leben gewuppt hatte. Dummerweise war ich auch „erst 40“ und hatte nur ein Kind. Bestand da nicht die Möglichkeit, dass es mich noch einmal überkommt?
Sicherlich bin ich nicht die einzige Frau, die in Vorstellungsgesprächen Fragen nach Kinderwunsch oder Kinderbetreuung erlebt hat. Falls sie es überhaupt bis dahin schafft. Kinder – vielleicht sogar mehr als zwei – auf der Agenda zu haben und eine Einladung zum Gespräch zu erhalten, ist oftmals ein Lottogewinn. Gerade in Branchen, die nicht als typisch weiblich gelten, ist dies noch immer ein nicht zu leugnendes Problem.
Heutzutage stellen Arbeitgeber diese Fragen vielleicht weniger offen. Dies heißt aber nicht, dass sie keine Rolle mehr spielen. Erst wenn Männer den gleichen Anteil an Kinderbetreuung, Erziehungsarbeit und Familienmanagement tragen, ist dies nicht mehr ausschlaggebend. Ob dieser Tag jemals kommt?
Ältere Frauen im Job: Geschätzt oder diskriminiert?
Die Kinder sind aus dem Gröbsten raus oder die Zeit der anzunehmenden Schwangerschaft ist vorbei? Zeit endlich durchzustarten! Oder nicht? Noch immer scheinen Frauen vor allem älter und Männer kompetenter zu werden, was den Job angeht. Ein Alter über 50 macht es Männern oftmals auch nicht leichter, einen Job zu finden. Doch ältere Mitarbeiter bieten auch große Vorteile. Hierzu habe ich einen Beitrag auf LinkedInverfasst. Doch für Frauen ist es ungleich schwerer.
Häufig fehlt Frauen stringente Karrierelaufbahn. Zu alt für die niedere Stelle, doch zu wenige Stufen auf der Karriereleiter erklommen, um den Lead zu erhalten? Jüngere Männer in Führungspositionen tun sich zudem in vielen Fällen mit älteren Frauen in ihrem Team schwer.
Altersdiskriminierung bei Frauen und Fachkräftemangel
Unser Land und mit ihm die vielen männlichen und rareren weiblichen Führungskräfte tun gut daran, Frauen jeden Alters zu fördern. Warum? Weil …
unsere Gesellschaft aus rund 50 % weiblichen und 50 % männlichen Menschen besteht,
wir dringend kluge Köpfe und Fachkräfte benötigen, egal welchen Geschlechts,
Männer und Frauen unterschiedlich, aber gleichwertig sind und wir daher ungemein von der Diversität bei Lösungsansätzen und im Miteinander profitieren,
wir niemanden ins Boot holen sollen oder müssen, sondern alle in einem sitzen,
jedes Alter, jedes Geschlecht und jede Orientierung und jede Herkunft mit den jeweiligen speziellen Eigenschaften eine Bereicherung ist,
es einfach keinen Grund für Altersdiskriminierung bei Frauen gibt und bei Männern ebenso wenig.
Zu jung, zu alt, zu schön, zu …
Ich träume von Utopia. Wie wunderbar wäre eine Welt, in der wir ein Miteinander leben, das individuelle Eigenschaften und Stärken schätzt und fördert. Wir verlieren viel, wenn wir Menschen aus fadenscheinigen Gründen und aufgrund absurder Vorurteile nicht mit auf die Reise nehmen. Wie wunderbar wäre eine Welt, in der Frauen nicht wahlweise …
zu dick oder zu dünn
zu hübsch oder zu hässlich,
zu prüde oder zu sexy,
zu kinderlos oder zu kinderreich,
zu laut oder zu leise,
zu schüchtern oder zu forsch,
zu männlich oder zu weiblich,
zu klein oder zu groß
oder eben zu jung oder zu alt sind.
Allen Menschen gleichermaßen eine Chance zu geben, ist so wichtig. Ungeachtet Alter, Geschlecht oder weiterer Faktoren sind sie Gewinn für die gesamte Gesellschaft. So bleiben keine wertvollen Potenziale ungenutzt.
Altersdiskriminierung durch Komplimente
„Du siehst aber jung für dein Alter aus“ oder „ich hätte dich deutlich jünger geschätzt“, höre ich auch oft in meinem beruflichen Umfeld. Nett gemeint, aber impliziert doch infolge, dass älter aussehen für eine Frau nichts Gutes ist. Nicht jede neue Falte frisst ein Stück meines Verstandes, im Gegenteil. Jede spricht für ein Stück mehr Lebensweisheit und Erfahrung.
Wie oft bekommen Männer im beruflichen Umfeld dieses vermeintliche Kompliment? Empfinden männliche Mitmenschen dies als Kompliment? Ein Mann fragt sich vermutlich eher, ob er nicht ausreichend souverän wirkt, wenn er dies gesagt bekommt.
Frauen sind nicht zu alt oder zu jung, sie sind Menschen in verschiedenen Lebensphasen. Jede davon hat andere Stärken und Schwächen, genau wie es bei Männern der Fall ist.
Wer hat auch schon Altersdiskriminierung erlebt oder im Job Fragen zur Familienplanung gestellt bekommen?
Weitere spannende Themen finden sich hier auch auf dem Blog.
Sind Brüche im Werdegang ein Karrierehindernis? Ist die sogenannte Lücke im Lebenslauf tatsächlich ein schwarzes Loch oder doch gefüllt mit bunten Erfahrungen? Gilt eine klassisch stringente Karriere noch als erstrebenswert oder ist sie Schnee von gestern?
Bunter Lebenslauf: Versagen oder doch ein Plus?
Eine erfolgreiche Karriere besticht durch einen lückenlosen Lebenslauf und einen kontinuierlichen Werdegang. Zumindest galt dies für die Generation unserer Eltern und Großeltern. Oder sage ich hier besser Väter und Großväter? Sind Brüche im Werdegang immer noch ein Hindernis in der weiteren beruflichen Laufbahn?
Ist die klassische Karriere männlich?
Interessanterweise besitzt „die Karriere“ einen weiblichen Artikel und ist doch zumindest selbst in meiner Generation oftmals noch so männlich geprägt. Eine kontinuierliche Karriere ohne Brüche im Werdegang galt lange als beste Referenz. Unzählige Bücher und Artikel geben Tipps, wie sogenannte „Lücken im Lebenslauf“ bestmöglich zu kaschieren sind. Schritt für Schritt die Karriereleiter erklimmen, niemals stolpern, fallen oder gar die Spur wechseln, zeichnet den erfolgreichen klassischen Werdegang ohne Brüche aus. Für viele endet diese Kontinuität mit der Familienplanung – vor allem nach wie vor für Frauen.
Kinder als Brüche im Werdegang?
„Karriereknick“ Kind? Von einer gleichberechtigten Unterbrechung im Lebenslauf durch Kinder sind wir in unserer Gesellschaft noch weit entfernt. Nur zehn Prozent der Väter in Deutschland nehmen nach der Geburt eines Kindes länger als zwei Monate Elterngeld in Anspruch. 75 Prozent der Bezieher gehen nur zwei Monate und etwa die Hälfte aller Männer überhaupt nicht in Elternzeit.
Noch immer liegt die Verantwortung für das Managen der Kindererziehung weitgehend bei den Frauen. Und nach der Elternzeit geht die Laufbahn in der Regel eben nicht lückenlos weiter. Oftmals droht die Stagnation oder die Teilzeitfalle.
Kinder sind jedoch unsere Zukunft und die Vereinbarung von Familie und Beruf ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Familienzeit als Brüche im Lebenslauf zu definieren, ist einfach traurig. Es sei denn, wir rücken davon ab, sogenannte Brüche im Lebenslauf negativ zu bewerten.
Mosaik- oder Patchwork-Lebenslauf
Neben der Kindererziehung gibt es natürlich noch zahlreiche andere Gründe für Brüche im Lebenslauf wie Auszeiten oder eine berufliche Neuorientierung.
10 Gründe für sogenannte Brüche im Lebenslauf
Dies sind typische Ursachen für einen Patchwork-Lebenslauf:
Erziehungszeiten und geänderte Umstände durch Kinder
pflegebedürftige Angehörige
Unfälle, Krankheiten oder gesundheitliche Einschränkungen
Burn-out oder andere seelische Erkrankungen
Ortswechsel
Veränderung des Arbeitsmarkts
selbstbestimmte Kündigung
Verlust des Arbeitsplatzes
Schicksalsschläge
persönliche Neuorientierung
Mut zur Veränderung
Ist es tatsächlich ein Zeichen für Stärke, stets geradeaus zu gehen? Für viele junge Leute ist die Vorstellung einer stringenten Karriere bei der örtlichen Kreissparkasse vom Azubi bis zum Filialleiter heutzutage eine absurde Vorstellung. In den Führungsetagen sitzen jedoch oftmals noch Menschen, deren Wertesystem anders funktioniert. Selbst die gängigen Jobportale geben noch immer zahlreiche Tipps, wie die sogenannte Lücke oder Brüche im Lebenslauf zu kaschieren sind.
Für mich sind Menschen, die neu abbiegen, wenn sie vor einer Mauer stehen, jedoch nicht wankelmütig, sondern ausgesprochen mutig. Meine Vita ist das beste Beispiel dafür, dass sogenannte Brüche im Lebenslauf und Neuorientierung eine Bereicherung und kein Versagen darstellen.
Not macht erfinderisch
Zum Glück habe ich im Laufe meines Lebens genug Selbstbewusstsein gewonnen, um zu den zahlreichen Kurven und neuen Wegen in meinem Leben zu stehen. Ich wurde in einer Zeit alleinerziehend, als Kindergärten und Grundschulen (im Westen) weitgehend um zwölf Uhr mittags schlossen.
Meist freiberuflich im kreativen Online-Bereich tätig, war es wichtig, meine Ausrichtung an den Markt anzupassen. Meine angeblichen Brüche im Lebenslauf sind mutige Schritte, mit der Zeit zu gehen und sich in der jeweiligen Situation mutig neu zu erfinden. Mehrfach ist mir einfach aufgrund der sich veränderten Marktlage mein Business komplett weggebrochen. Also habe ich dazu gelernt, Schwerpunkte geändert und bin zwischendurch auch in Festanstellung gegangen.
Viele Zeiten waren hart und als Mutter voll Brüche im Werdegang war es ungeheuer schwer, eine passende Stelle zu finden. Große Agenturen oder Unternehmen gaben mir kaum eine Chance. Meist blieben mir nur schlecht bezahlte Job in kleinen Unternehmen ohne soziale Absicherung oder echten Kündigungsschutz.
Erfahrung und Skills durch Brüche im Werdegang
Mein bunter Lebenslauf erschien mir oftmals gar nicht farbenfroh, doch Aufgeben war für mich als Mutter niemals eine Option. So habe ich stets gearbeitet, oftmals parallel in mehreren Tätigkeiten und Jobs. Die Zeiten waren häufig hart, doch ich habe viel gewonnen.
Stationen meiner Brüche im Werdegang
Obgleich ich keine stringente Karriere gemacht habe, habe ich durch das mutige Begehen neuer Wege zahlreiche Stärken entwickelt. Und alle Stationen meines Werdegangs sind echte Pluspunkte für meine jetzige Tätigkeit als freie Texterin.
Mein geisteswissenschaftliches und Kunststudium sprechen für meine kulturellen, kreativen und sprachlichen Interessen und mein fundiertes Allgemeinwissen.
Der Spagat zwischen Selbstständigkeit, Nebenjob, Festanstellung und Mutterrolle zeigt mein Organisationstalent und mein Durchhaltevermögen.
Meine permanente Anpassung an die technische Entwicklung und die Veränderungen des Online-Business steht für meinen Willen zur Weiterbildung und für den Mut, out of the box zu denken.
Meine Tätigkeit als Webdesignerin und Grafikerin hilft mir ungemein, Konzepte und Texte für passende Formate, ob Projekt-Website, Blogs oder Broschüren zu entwickeln.
Nebenjobs wie Kameradispo und Redaktionsassistenz für die Fernsehnachrichten beweisen meine Fähigkeit auch in äußerst stressigen Situationen nicht den Kopf zu verlieren..
Schlimme persönliche Katastrophen und Verluste überlebt zu haben, zeigt meinen Willen auch in schwierigen Zeiten weiterzugehen und lebensbejahend zu agieren.
Eine solche Vita erfordert einfach mehr als 28 Lebensjahre. Mittlerweile bin ich genau doppelt so alt und sehe selbst, dass auch dies oftmals keineswegs als Plus gilt. Dabei haben mich meine persönlichen und beruflichen Erfahrungen über all diese Jahre zu dem gemacht, was ich heute bin.
Brüche im Werdegang als Stärke
Ohne all dies wäre ich nicht eine exzellente Texterin, die …
erfasst, was Kunden wünschen und stets das passende Wording findet,
sich durch hervorragende Konzept-, SEO und Recherche-Skills auszeichnet,
mit breit gefächertem Wissen in vielen Bereichen fundierten Content kreiert,
und durch Zuverlässigkeit und Durchhaltevermögen glänzt.
Das Leben hat keine Lücken
„Lücken im Lebenslauf“ klingt, als fielen Menschen in schwarze Löcher, aus denen sie plötzlich wieder auftauchen. Der Begriff „Brüche im Werdegang“ suggeriert Unfälle und Gipsbeine. Tatsache ist, dass oftmals gerade schwere Zeiten Menschen reifen lassen, reflektierter und resilienter machen. Wer vor einer Mauer steht und einen neuen Weg findet, zeigt Mut, Kreativität und Stärke. Es ist an der Zeit, dass Arbeitgeber bunte Lebensläufe schätzen. Gefragt sind hier vor allem die Mitarbeiter der HR-Abteilung.
Bunte Lebensläufe bringen Farbe in Unternehmen
Diese Zeiten erfordern in vielen Bereichen Flexibilität, Resilienz und kreative Lösungen. Erfahrungen aus mehreren Bereichen zusammenzuführen, ist für viele Prozesse unerlässlich. Sogenannte Lücken, Auszeiten oder neue Wege sind gefüllt mit Erfahrungen, die uns zu vielfältigeren Menschen machen.
Brüche im Werdegang sind kein Manko
Mit 56 Jahren besitze ich das Selbstbewusstsein, zu meinem bunten Lebenslauf zu stehen. Ich habe ungeheuer viel gelernt und erlebt und hierbei mitunter viel Geld und oftmals sehr wenig verdient. Heutzutage stehe ich zu jedem Abschnitt meines Lebens und habe eine Tätigkeit gefunden, in der mir all meine Erfahrungen von Nutzen sind. Ob ich dennoch morgen etwas anderes mache? Wer weiß, wie viele Copywriter am Ende doch der künstlichen Intelligenz zum Opfer fallen oder sich einfach neu orientieren?
Für mich heißt es heute nicht mehr kaschieren, sondern selbstbewusst erklären, warum sich das Leben an der einen oder anderen Stelle gedreht hat. Es hat mich dahin gebracht, wo ich heute stehe und von wo aus ich weitergehe.
Die Definition von Erfolg
Grundsätzlich ergibt sich auch die Frage, wie sich Erfolg definiert. Misst er sich nur am Einkommen? Auch hier ist ein Umdenken angesagt und Werte ändern sich. Nicht mehr das beste Gehalt oder die höchste Position sind die maßgeblichen Kriterien für eine erfolgreiche Laufbahn. In den Vordergrund rücken Zufriedenheit, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie das Erreichen persönlicher Ziele wie auch eine selbstbestimmte Lebensgestaltung. Diese ist gerne auch durch „Brüche im Werdegang“ bereichert.
Haben auch Sie relevante Brüche im Werdegang? Was sind Ihre Erfahrungen im Umgang mit solchen nicht stringenten Lebensläufen?
Hier im Blog-Bereich bereite ich weitere spannende Themen rund um das Arbeitsleben und Texten auf.
Selbstläufer Immobilie? Der große Boom des Betongoldes ist vorbei. Das perfekte Immobilienexposé gewinnt zunehmend an Bedeutung. Corona, Krieg in Europa, Inflation und steigende Zinsen treffen zunehmend auch den Immobilienmarkt. Wo früher Bieterverfahren die Preise weiter in die Höhe trieben, besteht für viele Interessenten jetzt die Möglichkeit nachzuverhandeln. Eine hervorragende Darstellung des Verkaufsobjektes hat stark an Bedeutung gewonnen.
Was macht das perfekte Immobilienexposé aus?
Um sich darüber klar zu werden, wie das perfekte Immobilienexposé aussieht, ist es wichtig, zunächst dessen Bedeutung zu begreifen.
Was ist ein Immobilienexposé?
Das Immobilienexposé stellt in gedruckter Form oder immer häufiger als Online-Version eine Beschreibung des zu verkaufenden Objekts dar. Hierbei steht im Fokus, die Immobilie bildlich und in Worten ansprechend zu gestalten. Das Exposé ist das Aushängeschild für den Verkauf. Je besser die Gestaltung ist, desto leichter und besser verkauft sich die Immobilie.
Welchen Zweck verfolgt das Exposé?
Das perfekte Immobilienexposé dient vor allem diesem Zweck:
Es stellt die notwendigen Informationen zum Objekt selbst, der Lage und dem Preis bereit.
Das Exposé veranschaulicht durch entsprechende Bilder, Videos u./o. 3D-Visualisierung die Optik der Immobile.
Ein gutes Exposé macht neugierig darauf, mehr zu erfahren und das Objekt zu besichtigen.
Das perfekte Immobilienexposé regt zur Kontaktaufnahme an.
Was gehört in das perfekte Immobilienexposé?
Diese Punkte gehören unbedingt in das Exposé:
Angebotspreis der Immobilie
Lage mit genauer oder ungefährer Adresse
Immobilienart
Baujahr/ggf. Sanierungsjahr bei Kernsanierung
hausinterne Lage (Stockwerk, Vorderhaus, Hinterhaus, Seitenflügel etc.)
Wohnfläche, Grundstücksfläche und Grundriss, ggf. Bebauungsplan,
Informationen zur Anzahl der Wohneinheiten
genaue Anzahl der Zimmer und Bäder/WC
Außenflächen wie Balkon oder Terrasse
Zusatzinformationen über Nutzflächen wie Keller oder Dachboden, Stellplatz etc.
möglicher Bezugstermin
genauer Zustand der Immobilie inkl. Informationen über erfolgte und geplante Sanierungsmaßnahmen
Zustand des gesamten Hauses bei Teilerwerb (Eigentumswohnung), z. B. über Dach- oder Strängesanierung, Fassade etc.
Energieträger und Energieausweis oder Information, warum nicht vorhanden (Denkmal/Altbau)
Art der Heizung, ggf. Optionen
Ausstattung wie z. B. Einbauküche, Böden, Fenster mit Bewertung (einfach bis gehoben)
Besonderheiten wie Deckenhöhe, historische Elemente etc.
Fotos und ggf. weiteres Bildmaterial wie Videos und 3D-Visualisierungen
Kontaktmöglichkeiten
Was ist beim Inhalt zu beachten?
Nicht nur möglichst vollständige und transparente Informationen sind wichtig, sondern auch, wie diese dargestellt werden. Ziel bei der Bereitstellung der Informationen ist es …
die richtige Zielgruppe anzusprechen,
ausreichende Informationen zu liefern,
einen vertrauenswürdigen Eindruck zu machen,
die Immobilie positiv, aber nicht allzu geschönt darzustellen
sowie Lust darauf zu machen, Kontakt aufzunehmen und einen Besichtigungstermin zu vereinbaren.
Fünf fatale Fehler im Immobilienexposé
Das perfekte Immobilienexposé sorgt für einen schnellen und guten Verkauf der Immobilie. Ein schlechtes Exposé hingegen macht womöglich aus einem eigentlich ansprechenden Objekt einen Ladenhüter. Diese folgenden Fehler sind daher zu vermeiden.
Schlechter Titel für das Exposé
Die perfekte Headline wirkt ansprechend, ehrlich und vertrauenerweckend. Vermeiden Sie Schlagwörter wie aus einem schlechten Reisekatalog. Ein Käufer möchte sich ernst genommen und informiert fühlen, keinesfalls abgezockt. Vermeiden Sie also in der Überschrift Begriffe wie:
Handwerkerperle oder Handwerkertraum
originell geschnitten
mit Gestaltungspotential
Kreativität gefragt
Benennen Sie stattdessen wichtige Fakten, die dazu führen, dass sich die richtigen Interessenten abgeholt fühlen. Es bringt dem Verkäufer oder Makler nichts, die Immobilie Menschen zu zeigen, zu denen sie am Ende überhaupt nicht passt. Das kostet beide Seiten Zeit, Geld und Nerven. Wichtige Fakten klar benennen, so z. B.:
Sanierungsbedürftige 3-Zimmer-Altbauwohnung in zentraler Lage mit Balkon
Modernisierte 4-Zimmer-Maisonette in ruhiger Lage mit Dachterrasse
Sachlich, ehrlich und informativ ist die beste Strategie, um passende Interessenten zu finden. Denn nur, wenn das Objekt passt, führt dies auch zum Verkauf.
Die falsche Zielgruppe ansprechen
Eine 64 qm Wohnung mit 2,5 Zimmern als Familientraum anzupreisen, ist ungefähr so sinnvoll wie die Wohnung im vierten Stock des Altbaus ohne Fahrstuhl als seniorengerecht zu betiteln. Einen Schnitt mit Durchgangszimmern als WG-tauglich zu beschreiben, ist ebenfalls nicht besonders klug.
Das perfekte Immobilienexposé generiert nicht so viele Anfragen wie möglich, sondern die passenden. Holen Sie die richtige Zielgruppe ab, in dem Sie Pluspunkte hervorheben, aber Ausschlusskriterien nicht verschweigen. Für eine Familie mag eine Wohnung mit Schönheitsfehlern auch interessant sein, wenn das Haus einen attraktiven Spielhof bietet.
Niemals die Lage vernachlässigen, denn nicht umsonst heißt es Lage, Lage, Lage … Liegt die Wohnung perfekt, macht der Käufer dafür vielleicht einen anderen Kompromiss. Für einen kurzen Anfahrtsweg zur Arbeit oder die Immobilie im Traumkiez nimmt manch einer ein paar Quadratmeter weniger oder ein paar Stufen mehr in Kauf.
Fehlende und falsche Angaben in der Beschreibung
Ich habe selbst schon einige Wohnungen besichtigt, bei denen ich mir die Anfahrt gerne erspart hätte. So hatte die „traumhafte Altbauwohnung mit Wohnküche und Dielenböden“ zertrümmerte Scheiben in fast allen großen und mehrfach unterteilten Doppelkasten-Altbaufenstern, eine heruntergekommene Miniküche in die Speisekammer gebaut und weitgehend defekte PVC-Böden. Lediglich der Flur „glänzte“ mit einem alten und defekten Dielenboden. Beim Verlassen der Wohnung hatte ich buchstäblich die Klinke in der Hand.
In einem anderen Fall war das innen liegende Bad als mit Fenster beschrieben und eine Kammer unter 6 Quadratmetern als Zimmer mit über 10 Quadratmetern angegeben. Eine optimale Lage entpuppte sich allenfalls als verkehrsgünstig, genau zwischen Bahngleisen und Hauptverkehrsstraße gelegen.
Solche unrichtigen Angaben führen nicht nur dazu, dass der Besichtigungstermin garantiert nicht zum Verkauf führt. Es verärgert mögliche Kunden und sie verlieren das Vertrauen in den Makler oder Verkäufer.
Nicht nur falsch Beschriebenes schreckt ab, auch nicht Gesagtes wirft Fragen auf und macht misstrauisch. Warum gibt es nicht einmal einen groben Grundriss? Weshalb ist das Stockwerk nicht genannt? Es existieren im Exposé keine Angaben über den Zustand der Wohnung oder die Art der Heizung?
Nicht zu Unrecht vermutet der mögliche Interessent hier Gründe, diese Dinge nicht beim Namen zu nennen. Hat die Wohnung Mängel, ist es besser, diese sachlich zu benennen und bei sanierungsbedürftigen Objekten u. U. sogar ein nötiges Sanierungsbudget zu benennen. Derzeit platzen viele Finanzierungen vor Verkaufsabschluss, weil mögliche Käufer solche Kosten schlichtweg unterschätzen. Was nutzt mir ein Interessent, der am Ende abspringt, weil das Budget nicht ausreicht?
Mangelndes und schlechtes Bildmaterial
Das perfekte Immobilienexposé überzeugt durch hervorragende und informative Bilder. Typische Fehler beim Bildmaterial sind:
minderwertige Kamera
Aufnahmen bei schlechtem Licht
unaufgeräumte Wohnungen
persönliche Details auf Bildern
Fischaugen-Verzerrungen durch Objektive
fehlende Bilder bestimmter Räume und Ansichten wie der Außenansicht
falsche oder verfälschte Bilder
Wenn es im Exposé kein einziges Bild vom Badezimmer gibt, frage ich mich, warum das so ist. Ist der Zustand so wenig vorzeigbar? Hier ist es besser, das Bad zu zeigen und in der Beschreibung als sanierungsbedürftig anzugeben. Dies macht einen transparenten, ehrlichen Eindruck. Absurd sind auch Bilder, die, um mehr Größe vorzutäuschen, Räume so verzerren, dass sich Küchenschränke wölben und normale Zimmertüren wie breite Portale aussehen.
Bei einer leeren Wohnung ergibt u. U. ein Home-Staging Sinn, bei dem eine schlichte Beispiel-Möblierung die Fantasie zum Einrichten anregt und den Nutzen der Räume unterstreicht. Bei noch bewohnten Objekten ist stets darauf zu achten, dass die Wohnungen in einem ordentlichen Zustand abgelichtet werden und persönliche Details wie Familienfotos nicht erkennbar sind.
Besonders wichtig ist das Titelbild. Ob das erste Foto oder Cover eines Print-Exposés oder das Vorschaubild in der Immobilienbörse: Der erste Eindruck entscheidet. Punkten Sie mit den Stärken der Wohnung oder des Hauses. Ist es die historische Fassade oder die exklusive Einbauküche? Ob Fassade oder Zimmer entscheidet sich nach den Stärken der Immobilie. Zeigen Sie etwas, das für Ihr Objekt spricht und die richtige Zielgruppe abholt.
Schlechte Gestaltung schreckt ab
Wenig ansprechendes Design und mangelhafte Textgestaltung mindern auch den Eindruck der Wertigkeit der Immobilie. Lassen Sie Ihr Exposé von Profis gestalten. Dies zahlt sich aus. Wer beim Exposé ein paar Euro sparen möchte, bezahlt dies womöglich mit einem erheblich schlechteren Verkaufspreis. Das perfekte Immobilienexposé sieht ansprechend und hochwertig aus. Informationen sind übersichtlich gestaltet. Bei Print-Exposés vermittelt ein gutes Papier und eine exzellente Druckqualität Hochwertigkeit.
Das perfekte Immobilienexposé zeichnet sich durch hochwertige und professionelle Textgestaltung aus. Dem Text liegt ein Konzept zugrunde, um zu informieren, Neugierde zu wecken und Lust auf einen Besichtigungstermin zu machen. Exzellente Beschreibungen holen den Interessenten emotional ab. Sie geben Zusatzinformationen wie über die Historie eines Altbaus oder die Besonderheiten der Lage. Was macht das Leben genau in diesem Viertel so lebens- und liebenswert? Warum ist dies der perfekte Ort für eine Familie oder das unternehmungslustige junge Paar? Warum ist genau dieses Objekt so einmalig und lohnenswert?
Ein hervorragender Text verführt den möglichen Käufer, ohne bei einer anschließenden Besichtigung zu enttäuschen. Das perfekte Immobilienexposé informiert ehrlich und weckt Emotionen. Die richtig gewählten Worte machen Lust darauf, das Objekt zu besichtigen. Bei Online-Exposés regt eine gut gemachte Call-to-Action Formulierung dazu an, Kontakt mit dem Verkäufer aufzunehmen. Der erste Schritt zum Verkauf ist getan. Das perfekte Immobilienexposé sorgt dafür, dass sich passende Interessenten angesprochen fühlen und erhöht so die Verkaufsaussichten.
Ein perfektes Immobilienexposé erhöht die Chancen für einen erfolgreichen Verkauf erheblich, während eine schlechte Darstellung eines Objekts viele Chancen vergibt.
Erfahren Sie hier mehr dazu, was exzellente Texte ausmacht und wie sich Textpreise gestalten!
Befinden sich durch Corona noch viele Soloselbstständige im Existenzkampf oder scheint die Krise überwunden? Vielen Einzelkämpfern, vor allem kreativ Freischaffenden und Soloselbstständigen hat die Coronazeit auch noch die letzten Rücklagen genommen.
In Social-Media-Kanälen, aber auch im beruflichen Umfeld und im Bekanntenkreis höre ich vermehrt von finanziellen Einbußen kleiner Freiberufler bis hin zur Existenzgefährdung.
Soloselbstständige als Sozialfall? Was kleinen Selbstständigen das Genick bricht
2019 verfügten nur etwa 12 % aller Soloselbstständigen über ein persönliches hohes Einkommen, das 3057 € überstieg. 20 % hingegen lebten unter Armutsgrenze. Seit Corona hat sich die Situation verschärft. Gerade für die kleinsten Einzelkämpfer ist 2022 keinerlei Entspannung in Sicht, im Gegenteil: Die Folgen der Coronazeit und dazu nun die des Krieges in Europa holen sie gerade erst richtig ein. Während sich andere Branchen und Unternehmen erholen, trifft es gerade kreative Dienstleister wie Grafiker und Autoren in diesem Jahr besonders hart. Wer bereits vor Corona wenig Rücklagen besaß, hat nach den beiden ersten Jahren der Pandemie meist gar keinen Puffer mehr.
Ursachen für den Existenzkampf in der Selbstständigkeit
Mit dem ersten Lockdown versprach die Regierung, Kreative, Freischaffende und Soloselbstständige in besonderem Maße zu schützen. Im März 2020 versprach Olaf Scholz: „Wir wollen den Soloselbstständigen helfen“. Doch welche wirksamen Hilfen gab es wirklich und was ist davon geblieben?
Soloselbstständige in finanzieller Not durch unverschuldete Einkommensverluste
Mit dem ersten Lockdown ging es für viele Soloselbstständige von 100 auf 0. Auftraggeber stornierten Aufträge, erinnerten sich nicht mehr an Vereinbarungen oder beglichen schlichtweg ausstehende Rechnungen nicht. Auch mir ist es so ergangen. Wird die Lage unsicher, spart das Unternehmen zuerst an externen Mitarbeitern. Viele Kollegen im kreativen Dienstleistungsbereich gehören ebenfalls zu der Gruppe der kleinen Soloselbstständigen, die sowieso kaum in der Lage sind, größere Rücklagen zu bilden.
Rettung für Soloselbstständige durch Soforthilfe?
Die Politik versprach schnelle Hilfe in Form der Soforthilfe. Viele Freiberufler wie Texter, Grafiker, Schauspieler und Musiker nutzten den scheinbaren Rettungsring und stellten schnell einen Antrag auf Corona-Soforthilfe.
Auf meinem Blog stylepeacock.com hatte ich 2018 bereits über Hilfsmaßnahmen der Regierung berichtet und später ein Fazit gezogen. Tatsache ist, dass zu Beginn der Antragstellung nicht klar war, dass die Gelder nicht für Ausgaben zur Lebenshaltung dienen. Vielfach wurde nicht kommuniziert, dass die Unterstützung nur für geschäftliche Ausgaben wie Büromiete und Angestellte vorgesehen war.
Hier zeigt sich einmal mehr, wie weit weg die Politik oftmals von der Realität ist. Welcher kleine Freelancer mietet ein Büro oder hat gar Angestellte? Das Wohnzimmer oder im besten Fall ein heimisches Arbeitszimmer dienen als Büro.
Boomerang Soforthilfe: Schulden und Strafen für Soloselbstständige statt Hilfe
Mittlerweile sehen sich sehr viele Soloselbstständige im Existenzkampf 2.0. Sie haben sich noch nicht von den Verdienstausfällen erholt, geschweige denn wieder neue Rücklagen gebildet. Und gerade da flattert ihnen die Aufforderung zur Rückzahlung der Corona-Hilfe ins Haus. Wer nicht nachweisen kann, dass er das Geld für Betriebsausgaben und zwar nur im Bewilligungszeitraum verwendet hat, rutscht in die nächste Existenzkrise. Er ist aufgefordert, die Hilfen oftmals sogar komplett zurückzuzahlen. Manch einem steht sogar noch ein Verfahren wegen angeblichem Betrug und Erschleichung von Subventionen ins Haus.
Verzweiflung durch ewigen Existenzkampf
2020 war für viele kleine Soloselbstständige eine komplette Katastrophe. 2021 ging es dann meist etwas aufwärts, wenigstens so weit, um sich bescheiden über Wasser zu halten. Der Ukrainekrieg und seine Folgen verunsichern viele Unternehmen ähnlich wie Corona. Steigende Energiepreise, mangelnde Rohstoffe oder fehlende Fabrikationsteile führen zum Tritt auf die Bremse. Gespart wird wieder zuerst an den externen Mitarbeitern und der Auslagerung von Dienstleistungen.
Neustarthilfe als echte Lösung für Soloselbstständige in der Not?
Wer sich >> hier die Bedingungen für die Neustarthilfe durchliest, erkennt schnell, dass da nicht viel für ein Leben als Soloselbstständiger im Existenzkampf bleibt. Dieser Zuschuss ist offiziell gerade für Selbstständige ohne größere Betriebsausgaben gedacht. 25 % des durchschnittlichen Monatseinkommens von 2019 gelten als Grundlage, jedoch maximal 5000 €. Dies dient dazu, offiziell Betriebskosten pauschal und ohne Nachweis zu decken. Es ist jedoch erlaubt, den Betrag auch mit zur Lebenshaltung zu verwenden.
Dieser Zuschuss entpuppt sich schnell als ein Darlehen, das zurückzuzahlen ist, sobald ein gewisser Umsatz überschritten wird. Wer schon vorher immer am Existenzminimum verdient hat, kommt mit 25 % davon sicher nicht weit. Daher dient die Neustarthilfe meist nur als ein Darlehen oder Zuschuss zusätzlich zum Bezug von Hartz IV. Wer etwas besser verdient, ist gezwungen den Betrag zurückzuzahlen. Für Geringverdiener lohnt der große Aufwand im Verhältnis zur minimalen Unterstützung nicht.
Soloselbstständige im Existenzkampf 2022
Vielen Freiberuflern und Kleingewerblichen ist es nur schwer gelungen, sich durch die Coronazeit bis zum Jahr 2022 durchgeschlagen. Nun sehen sie sich wieder mit einer Situation ähnlich wie beim ersten Lockdown konfrontiert. Erneut platzen Aufträge und Vereinbarungen. Manch einer ist 2020 unter der Steuergrenze geblieben und hat daher 2021 keine Vorauszahlungen geleistet. Lief das letzte Jahr etwas besser, stehen nun eine Nachzahlung und rückwirkende Vorauszahlungen ins Haus. Hinzu kommt die Rückforderung der Soforthilfe für viele.
Die Moral der Auftraggeber in harten Zeiten
Ein kleiner Freelancer befindet sich gegenüber seinem Auftraggeber oftmals in einer Rolle wie David gegen Goliath. Kommt es zu einem Konflikt, zieht der Soloselbstständige häufig den Kürzeren. Viele Unternehmen sehen eine Zusammenarbeit mit Freiberuflern auch als völlig unverbindlich an. Vereinbarungen erfolgen oft nur mündlich oder höchstens in Form einer E-Mail. Aber auch diese sind bindend, was viele Unternehmen nicht klar ist. Eine mündlich getroffene Vereinbarung zu beweisen, ist allerdings fast unmöglich.
Leider kenne ich es aus Erfahrung und auch von anderen Soloselbstständigen, dass anscheinend Firmen darauf setzen, dass sich ein kleiner Externer nicht wehrt.
Was tun, wenn der Auftraggeber in schlechten Zeiten:
das zugesagte Projekt storniert,
sich an das vereinbarte Auftragsvolumen nicht mehr erinnert
oder die Rechnung nicht bezahlt?
Ein solches Verhalten gibt gerade jetzt vielen Selbstständigen den wirtschaftlichen Todesstoß. Die Rücklagen sind durch Corona aufgebraucht. Bleibt nun das erwartete Einkommen aus, ist das existenzgefährdend.
Es ist in jedem Fall zu raten, sich zu wehren. Viele kleine Selbstständige im Existenzkampf besitzen jedoch keinen beruflichen Rechtsschutz. Möglicherweise besteht ein Anspruch auf Prozesskostenhilfe. Wer ver.di Mitglied ist, erhält Unterstützung durch den Verband. Auf dieser Website für Soloselbstständige bei ver.di gibt es um fassende alle Informationen. Doch bei akuter Not hilft leider oft nur noch der Gang zum Jobcenter.
Hartz IV als Lösung für Soloselbstständige in Notsituationen?
Im Angesicht des großen Minus dann reichen oftmals ein paar geplatzte Aufträge und nicht beglichene Honorare, um Soloselbstständige direkt zum Abgrund zu manövrieren. Der angeblich vereinfachte Zugang zur „Grundsicherung für Selbstständige“ entpuppt sich als gewöhnlicher demütigender Hartz IV Antrag.
Soloselbstständige im Kampf mit dem Jobcenter
Tatsache ist: ALG II, bekannt als Hartz IV, ist keine geeignete Existenzgrundlage für Soloselbstständige in Not. Mit dem Antrag beginnt für viele eine ermüdende Schlacht. Kreativen Freiberuflern wie Autoren und Designern ermöglicht die Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse eine kostengünstige Versicherung nach geschätztem Realeinkommen. ALG II führt jedoch automatisch zu einer Versicherung durch den Leistungsträger.
Mitarbeitern des Jobcenters sind oftmals nicht ausreichend informiert. Wer weiterhin selbstständig ist und nur vorübergehend in einer Notlage Hartz IV erhält, hat Anrecht und sogar die Pflicht, weiterhin Rentenbeiträge an die KSK zu entrichten. Wer allerdings unter ein Mindesteinkommen von 3950 € fällt, verliert sein Anrecht auf eine Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse. Soloselbstständigen, die einen Antrag auf Grundsicherung stellen, ist dringend anzuraten, auf einer weiteren Mitgliedschaft in der KSK zu bestehen.
Soloselbstständige im Existenzkampf trotz oder wegen dem Jobcenter?
Die seelische Belastung, sich plötzlich in der „Empfängerrolle“ wiederzufinden, ist für viele sehr hoch. Hinzu kommt, dass zuständige Sachbearbeiter beim Jobcenter häufig kaum Erfahrung mit Selbstständigen haben. Betroffene berichten von vielen belastenden und demütigenden Situationen. Die „vereinfachte“ Anlage zur Selbstständigkeit geht für kleine Freiberufler völlig an der Realität vorbei. Der Antrag ist verwirrend und kompliziert. Viele Felder ergeben wenig Sinn und fragen eine Situation ab, die kaum zutreffend ist.
Über die Schätzung für die kommenden 6 Monate sind folgende Punkte anzugeben:
Das voraussichtliche Einkommen anzugeben,
künftige Geschäftsausgaben und Anschaffungen,
Kosten für Firmenwagen, Büroräume und Angestellte,
Vorauszahlungen an das Finanzamt für Einkommensteuer und Umsatzsteuer
und noch vieles mehr.
Dies mag einem gut laufenden Handwerksbetrieb entsprechen. Wer Angestellte, Firmenwagen, diverse Immobilien und Geschäftsräume besitzt, stellt in der Regel keinen Antrag auf Grundsicherung. Beantrage ich als Soloselbstständige bei finanziellem Engpass Hartz IV, dann sicher, weil ich eben kaum mehr oder keinen Verdienst habe.
Wenn der Verdienst zur Belastung wird
Stellen sich wieder Aufträge ein oder sind größere Anschaffungen notwendig, beginnt der Kampf erst richtig. Es liegt im Ermessen des zuständigen Sachbearbeiters, ob Ausgaben notwendig sind. Alle höheren Ausgaben sind zuvor zu beantragen. Sie bedürfen jedes Mal einer Genehmigung, was an der Realität total vorbeigeht.
Ob ich als Grafiker Druckkosten vorfinanziere, eine spezielle Software für einen Auftrag benötige oder mein MacBook schnellstmöglich eine teure Reparatur braucht: Es ist absolut unrealistisch, hier erst Anträge zu stellen oder gar auf den guten Willen eines Jobcenter-Mitarbeiters angewiesen zu sein. Ein Mensch, der vermutlich keine Ahnung von meinem Berufsbild hat, entscheidet darüber, was nötig ist. Etwas anzusparen, um eine größere Ausgabe zu tätigen, ist sowieso nicht machbar.
Mache ich jedoch Ausgaben, ohne diese vorher zu beantragen, ist es möglich, dass der Sachbearbeiter diese nicht anerkennt. Ist dies der Fall, zählt es nicht als Betriebsausgabe und so veranschlagt das Amt höhere Einnahmen als tatsächlich bleiben. In einem solchen Fall reicht das sowieso knappe Geld oftmals nicht mehr zum Leben. Soloselbstständige in Grundsicherung haben so mitunter eher mehr als weniger Sorgen.
Diese Form von Abhängigkeit ist demütigend, frustrierend und nimmt jede Motivation. Doch gerade diese Energie benötigen Freiberufler so dringend. Statt Freude über einen neuen Auftrag zu empfinden, wächst die Angst vor ungerechtfertigten Rückzahlungsforderungen durch das Jobcenter.
Keine Unterstützung dank Bedarfsgemeinschaft
Noch komplizierter ist die angeblich unbürokratische Grundsicherung für Soloselbstständige, wenn sie in einer Partnerschaft, in einer Ehe oder gar Familie leben leben. Ob Unterhalt fürs Kind, Kindergeld oder der Verdienst des Partners: Alles wird der Bedarfsgemeinschaft, also auch dem Einkommen des Antragstellers zugerechnet. Diese Nachweise sind aufwendig und greifen in die Privatsphäre aller im Haushalt ein. Dies belastet häufig die Partnerschaft und Familie. Unter Umständen ist das Ergebnis der Prüfung sowieso, dass kaum oder gar kein Anspruch besteht. Soloselbstständige mit weiteren Einkommensquellen im Haushalt verzichten daher oftmals lieber auf staatliche Hilfe.
Hoffnung für Soloselbstständige in der Not?
Tatsächlich ist es bei einer Abhängigkeit vom Jobcenter doppelt schwer, wieder rentabel selbstständig zu arbeiten. Soloselbstständige ohne ausreichendes Einkommen fühlen sich oft minderwertig. Neben der seelischen Belastung macht es die Abhängigkeit vom Amt nicht leichter. Wo bleibt die Selbstständigkeit, wenn jede wichtige Handlung eines Antrags bedarf? Dies ist nicht zielführend.
Ob ich mich um einen festen Job bemühe oder versuche, wieder neue Aufträge zu generieren und Kunden aufzutun: Wichtig ist es, den Glauben an sich selbst und die Selbstachtung nicht zu verlieren.
Wer durch Umstände wie Corona und den Krieg in Not gerät, hat Anspruch auf Hilfe. Sich als Soloselbstständige in finanzieller Not zu befinden, ist eine Frage der Umstände und keine von eigener Schuld. Vorübergehende wirtschaftliche Not ist kein Zeichen von Unfähigkeit oder Versagen. Im Hinblick auf Selbstachtung und Zukunftssicherung gilt:
Den eigenen Wert erkennen und keine Schuldgefühle aus der materiellen Not entwickeln.
Sich nicht unter Wert verkaufen und Dumpingangebote abgeben. Dies führt nicht in die Unabhängigkeit, sondern zu Selbstzweifeln.
Wenn möglich, vorübergehend einer anderen Tätigkeit z. B. in Form eines Minijobs nachgehen, um die Einnahmen aufzubessern.
Auf der Einhaltung von Vereinbarungen und Verträgen bestehen notfalls mit juristischer Unterstützung, z. B. über ver.di.
Ausstehende Rechnungen konsequent einfordern. Geleistete Arbeit gehört bezahlt.
Bei Besserung der Lage Rücklagen bilden, um bei einem erneuten beruflichen Einbruch besser gerüstet zu sein.
Die bestehende Krise als Chance begreifen: Wartet möglicherweise ein anderer Weg auf mich? Welche Talente besitze ich und wovon träume ich schon lange?
Auftragslose Zeiten nutzen, um die Selbstdarstellung in beruflichen Netzwerken und Social Media Kanälen zu optimieren.
Berufliche Kontakte pflegen, in Netzwerken aktiv sein und Akquise betreiben.
Private Kontakte nicht vernachlässigen. Gerade in der Krise sind Freunde und Familie wichtig!
Freie Stunden für Weiterbildung nutzen. Nicht nur teure Seminare bringen etwas. Kostenlose Webinare, gute Fachbücher und Online-Artikel vermitteln wertvolles Wissen und Erkenntnisse.
Selfcare betreiben: Gut zu sich selbst sein ist wichtig, um aufzutanken und Frustrationen besser zu bewältigen.
Mehr spannende Artikel zu relevanten Themen finden Sie hier auf dem Texter-Blog und auch auf meinem Interior- & Lifestyle-Blog stylepeacock.com.
Mehr Schutz und Unterstützung für Soloselbstständige
Die Politik ist gefragt, gerade in Krisenzeiten, aber auch Soloselbstständige im Existenzkampf aufgrund persönlicher Umstände zielführend zu unterstützen. Das Jobcenter ist hier nicht die richtige Anlaufstelle. Viele Soloselbstständige, gerade kreative Freiberufler, haben studiert und sind hervorragend qualifiziert. Aber auch für jeden anderen Menschen in Not ist Hartz IV keine menschenwürdige Lösung zur Existenzsicherung. Es ist höchste Zeit, dieses menschenunwürdige System zu ändern. Durch Zwangsmaßnahmen, Kontrolle und Kampf um jeden Cent findet kein Mensch die richtige Motivation, seinen Lebensunterhalt erfolgreich selbst zu sichern. Die Trennung von Arbeitssuchenden in solche erster und zweiter Klasse durch zwei verschiedene Ämter gehört abgeschafft.
Die Position von Soloselbstständigen stärken
Die Corona-Krise hat nochmals besonders deutlich gemacht, dass kleine Selbstständige oftmals durch alle sozialen Raster fallen. Bei Arbeitsunfähigkeit kommen sie allzu schnell in existentielle Not und eine schwere Krankheit führt häufig zur Verarmung. Für eine gute Absicherung bei Verdienstausfall, eine Rechtsschutzversicherung und private Vorsorge fürs Alter fehlt oft das Geld.
Es scheint, dass sich einige Unternehmen diese Situation zunutze machen. In schwierigen Zeiten lassen viele Firmen Vereinbarungen mit Freelancern einfach platzen oder bezahlen gar offene Rechnungen nicht mehr. So mancher Auftraggeber geht davon aus, dass der kleine Selbstständige Rechtsmittel scheut, um seine Ansprüche geltend zu machen. Oftmals kommen sie damit auch wirklich durch.
Staatliche Unterstützung für kleine Selbstständige
Eine staatliche Stelle, bei der Kleingewerbliche und Freiberufler Beratung und Unterstützung zum kleinen Preis oder kostenfrei finden, ist dringend notwendig. Allein die Existenz einer solchen Institution stärkt die Position der Selbstständigen enorm.
Hilfe und Beratung statt Kontrolle
Selbstständige mit finanziellem Engpass benötigen Unterstützung in Form von unbürokratischer Hilfe und qualifizierter Beratung. Das Jobcenter ist nicht in der Lage, dies zu leisten. Zuschüsse, zinslose Kredite, kostenfreie Weiterbildung und Existenzgründerseminare hingegen sind zielführend. Schließlich geht es darum, Soloselbstständige in Not schnell wieder zurück in die eigene Existenzsicherung zu bringen. Sie weiter unter Druck zu setzen, demotiviert unnötig.
Staatliche finanzielle Unterstützung bei schwerer Krankheit, bei Schwangerschaft und Erziehungszeit wie auch eine bessere Absicherung im Alter sind für kleine Selbstständige dringend notwendig.
Faire steuerliche Bedingungen für Soloselbstständige
Die eigene Wohnung, egal ob Mietwohnung oder Eigentum, gehört als Arbeitsstätte anerkannt. Viele Soloselbstständige leben allein in kleinen Wohnungen und besitzen kein gesondertes Arbeitszimmer. Warum ist ein Wohnzimmer nicht als Arbeitsraum absetzbar, wenn der Soloselbstständige dort Tag für Tag arbeitet? Die jetzige Regelung bevorzugt Menschen, die in der Lage sind, sich eine große Wohnung mit eigenem Arbeitszimmer zu leisten. Hier hilft auch die Corona-Homeoffice-Pauschale nicht ausreichend, der Betrag ist für Selbstständige zu gering.
Stärkt der Staat die Rolle kleiner Selbstständiger, ist dies ein Gewinn für die Gesellschaft. Dass sich so viele Soloselbstständige im Existenzkampf befinden, ist eine soziale Ungerechtigkeit. Unser Land benötigt flexibel abrufbare Arbeitskräfte und kleine Dienstleister.
Zudem ist dafür zu sorgen, dass Geringverdiener, wie es Soloselbstständige oftmals sind, nicht in Altersarmut fallen. Für Riester-Rente bei Grundsicherung im Alter gilt seit 2018: 100 Euro der privaten Altersvorsorge bleiben anrechnungsfrei. Übersteigen die Einkünfte diesen Betrag, dann bleiben weitere 30 Prozent anrechnungsfrei.
Echte Hilfe für Soloselbstständige im Existenzkampf
Damit die Soloselbstständigkeit kein endloser Alleinkampf ist, unterstützt ver.di Menschen, die nicht angestellt arbeiten. Viele Selbstständige kommen gar nicht auf den Gedanken, sich einer Gewerkschaft anzuschließen. Doch dies ist durchaus lohnenswert! Das ver.di Portal für Soloselbstständige bietet viele Informationen und für Mitglieder auch Beratung und rechtliche Unterstützung.
Wirksame Hilfe für Soloselbstständige
Was können Regierung und Gesellschaft tun, damit Soloselbstständige besser durch Krisen wie durch Corona oder den Ukraine-Krieg kommen? Hier einige Vorschläge:
Wirksame Sofortprogramme, die sich an den Notwendigkeiten der Soloselbstständigen orientieren.
Bürgergeld oder ein bedingungsloses Grundeinkommen statt ALG II einführen.
Unbürokratisch zinslose oder günstige Kredite, auch Kleinkredite vergeben.
Besondere Energiezuschüsse für Soloselbstständige im Homeoffice bieten. Bei 15 Grad Raumtemperatur ist niemand in der Lage, konzentriert zu arbeiten und gesund zu bleiben.
Steuerliche Absetzbarkeit von Wohnräumen als Arbeitszimmer für Soloselbstständige einführen.
Eine höhere Steuerfreigrenze für Soloselbstständige bieten.
Besserer Schutz vor Altersarmut durch ein staatliches subventioniertes Rentensystem für kleine Soloselbstständige und Geringverdiener ohne Anrechnung auf eine mögliche Grundsicherung.
Ich hoffe, dieser Artikel bietet Soloselbstständigen im Existenzkampf Informationen und Hilfe. Nicht betroffenen Menschen helfen diese Aspekte vielleicht zu verstehen, warum Soloselbstständige so leicht durch alle Raster rutschen und von Hilfsangeboten nicht profitieren.
Sind auch Sie soloselbstständig oder beschäftigen sie Freelancer in Ihrem Unternehmen?
Anmerkung: Aus Gründen der flüssigen Lesbarkeit habe ich auf das Gendern verzichtet. Betrachten Sie Bezeichnungen wie "Autor" als geschlechtsneutrale Formulierung. Gemeint sind alle Geschlechter, ob männlich, weiblich oder divers.
In Zeiten von Fachkräftemangel ist es besonders wichtig, erfolgreiche Stellenanzeigen zu gestalten. Viele Unternehmen suchen händeringend nach gut ausgebildeten Kräften und neuen Kolleginnen und Kollegen. Hochqualifizierte Arbeitnehmer*innen sind am Arbeitsmarkt gefragt wie selten zuvor. Erfolgreich neue und vor allem passende Mitarbeiter*innen zu finden, heißt zunächst, deren Aufmerksamkeit zu gewinnen. Doch wie gelingt es, eine Stellenausschreibung so zu formulieren, dass sich viele und vor allem passende Arbeitskräfte um die Position bewerben?
Zehn Punkte sind besonders wichtig, um erfolgreiche Stellenausschreibungen zu gestalten und so passendes Personal zu finden:
Stellenanzeigen gestalten und so Aufmerksamkeit generieren
Erfolgreiche Stellenanzeigen gestalten beginnt mit dem Titel der Ausschreibung. Dieser erfordert hohe Kunst, denn es geht darum, in wenigen Worten die Position zu definieren. Neben der Jobbezeichnung ist der Ort von hoher Relevanz. Bei einem reinen Remote-Job bitte auch dies direkt angeben.
Erfolgreiche Stellenanzeigen gestalten: Der Titel
Was passiert, wenn ich eine Stellenanzeige mit dem Header „Texter (w/m/d)“ lese? Nichts geschieht, zumindest nicht viel. Dies ist so undifferenziert und bedeutungslos, dass es auch nicht animiert, mir weitere Informationen zu erlesen. Vermutlich ist diese sehr allgemeine Formulierung dazu gedacht, eine breite Masse für den Job anzusprechen. Aber ist dies sinnvoll? Möchte ich gänzlich unpassende Bewerbungen erhalten, die mich Zeit und somit Geld kosten? Zudem geht diese Rechnung vermutlich nicht auf. Wahrscheinlich fühlen sich nicht besonders viele, sondern eher wenige Menschen angesprochen. Es fehlen konkrete Informationen, die signalisieren, zu wem der Job passt und wo die Beschäftigung stattfindet.
Besser ist es sicherlich, das geforderte Level, Branche und Ort anzugeben. „Erfahrener, technikaffiner Texter (w/m/d) mit tollen SEO Skills für unser Berliner Büro gesucht“ hingegen gibt in einer Headline eine Menge Informationen. Stellenanzeigen gestalten heißt Neugier wecken und informieren. Dies macht neugierig und sondert hierbei auch die Spreu vom Weizen. Als möglicher Bewerber weiß ich direkt, ob das Angebot eventuell passt. Ein Berufsanfänger ohne jedes technische Interesse oder Verständnis ist sowieso nicht geeignet. Wer an Online-Optimierung nicht interessiert ist und zudem einen reinen Remote-Job sucht, braucht gar nicht weiterzulesen. Dies erspart beiden Seiten Zeit. Wer nun noch dabei ist, hat zumindest grundsätzlich Interesse.
Neugierde wecken, fesseln & motivieren
Mit den ersten Sätzen kommt häufig der zweite große Fehler. Wie oft beginnt die Einleitung mit blumigen und detailreichen Beschreibungen des künftigen Arbeitgebers? „Wir sind ein Unternehmen mit 5000 Beschäftigten in der chemischen Industrie in NRW. Damit gehören wir zu den führenden Herstellern von Schwefelpulver im internationalen Segment der ….“ Sind Sie noch dabei? Stellenanzeigen gestalten bedeutet Interesse bei möglichen Mitarbeitern wecken. Übertriebene Selbstdarstellung ist hier fehl am Platz. Beim Punkt der chemischen Industrie habe ich mich bereits ausgeklinkt. Mehr zum Unternehmen möchte der Angesprochene dann erfahren, wenn er weiß, dass der Job tatsächlich infrage kommt.
Wie also spezifisch Stellenanzeigen gestalten? Entscheidend ist, Interessenten zunächst zu vermitteln, worum es geht. „Du liebst es, knifflige Sachverhalte in spannende Lektüre umzuwandeln?“ spricht Bewerber*innen an. Erfolgreiche Stellenanzeigen gestalten ein erstes Bild von der künftigen Aufgabe. Details erfolgen später im Text der Ausschreibung. Fesseln Sie mögliche künftige Mitarbeiter*innen und motivieren Sie diese zum Weiterlesen. Machen Sie neugierig, was die Stelle noch bietet und zu wem sie vielleicht passt.
Sympathische Stellenanzeigen gestalten
Das größte Unternehmen in der Branche zu sein, macht alleine keinen sympathischen Arbeitergeber aus. Ebenso wenig wie gleich überzogene Erwartungen und Vorstellungen einer allseits bereits turboschnellen eierlegenden Wollmilchsau zu präsentieren. Wirkt der mögliche Arbeitgeber arrogant auf mich, ist das alles andere als sympathisch. Ebenso bedeutet erfolgreiche Stellenanzeigen gestalten, Kandidatinnen oder Kandidaten nicht zu verschrecken. Habe ich das Gefühl, das Unternehmen erwartet Unmögliches, hält dies von einer Bewerbung womöglich ab. Das hat etwas von: Beschwere dich später nicht, wir haben dich doch vorgewarnt.
Sympathisch präsentiert sich, wer vor allem menschlich und zudem interessiert an künftigen möglichen Mitarbeiter*innen wirkt. „Dich macht es glücklich, dein Team für neue Ideen zu begeistern“ klingt sicherlich weitaus sympathischer als „du bist ein Leader, der alles dafür gibt, sein Team voranzubringen und anzutreiben“. Sympathische Stellenanzeigen gestalten ist ein wichtiger Punkt!
Mit Stellenanzeigen erfolgreich den richtigen Ton treffen
Damit passende Bewerber*innen weiterlesen und sich um den Job bemühen, ist es wichtig, den passenden Ton zu treffen. Stellenanzeigen gestalten heißt den richtigen Ton für die passende Zielgruppe zu treffen. Im Deutschen fängt dies mit der Unterscheidung zwischen dem förmlichen Sie und dem legeren Duzen. Viele Stellenanzeigen bevorzugen heute das Du und im kreativen Bereich oder bei der Suche nach Berufsanfängern ist dies auch passend. Für eine Position im gehobenen öffentlichen Dienst oder vergleichbare Ausschreibungen ist aber mehr Förmlichkeit gefordert. Oftmals meinen Arbeitgeber, Duzen vermittle einen sympathischen Eindruck flacher Hierarchien und von einem guten Betriebsklima. Dies ist nur bedingt der Fall.
Deutsche Texter*innen in Englisch gesucht?
Neben der Ansprache ist auch tatsächlich die gewählte Sprache von Bedeutung. Schwer in Mode ist es zudem, Stellenanzeigen für den deutschen Stellenmarkt in Englisch zu formulieren. Oftmals frage ich mich, warum? Ist der Sinn, sich einen internationalen Touch zu geben? Oder geht es vielleicht darum, abzuklopfen, ob Bewerber*innen über ausreichend Sprachkenntnisse verfügen? Mir erschließt sich der Sinn nicht. Suche ich einen Copywriter für deutsche Texte, hilft es mir wenig, wenn ich eine englische Bewerbung erhalte. Geforderte zusätzliche Sprachkenntnisse lassen sich anders erfragen. Wichtig ist hierbei doch, wie sich Kandidatinnen oder Kandidaten in Deutsch ausdrücken.
Plastische Stellenanzeigen gestalten
Lust mich zu bewerben macht es, wenn ich mir möglich ist, mir die Tätigkeit und das Umfeld bereits gut vorzustellen. Erfolgreiche Stellenausschreibungen visualisieren und erzeugen Bilder von der Tätigkeit, vom Arbeitsplatz und den künftigen Kolleginnen und Kollegen.
Viele Details führen zu passenden Bewerber*innen
Zahlreiche Details über die Aufgabe, Arbeitsort und Umfeld helfen dabei, sich am möglichen Arbeitsplatz vorzustellen. Passt die Vorstellung, macht dies Lust, sich umgehend zu bewerben. Kollidieren die Umstände jedoch mit meiner Lebenssituation, verliere weder ich noch der mögliche Arbeitgeber, wenn ich mich deswegen nicht um die Stelle bemühe.
Konkrete, aber realistische Anforderungen formulieren
Nun habe ich als Arbeitgeber mögliche Bewerber bis an diesen Punkt der Stellenanzeige gebracht. Dann ist es jetzt an der Zeit, die Anforderungen zu konkretisieren. Leider neigen Unternehmen dazu, Bewerber mit überzogenen Anforderungen in die Flucht zu schlagen. Bei mancher Stellenanzeige habe ich das Gefühl, hier sucht die Firma nicht einen neuen Mitarbeiter, sondern eine ganze Mannschaft. Geht es darum, Fachkräfte zu finden oder diese in die Flucht zu schlagen? Anforderungen, die jedes reale Maß an Erfüllbarkeit überschreiten, lassen ein Unternehmen unsympathisch wirken. Geht es hier wirklich darum, zufriedene Mitarbeiter langfristig zu binden oder doch nur darum, Menschen auszubeuten?
Fordert ein Arbeitgeber extrem viel, ist es umso wichtiger, dass er auch genügend bietet. Dies betrifft das Gehalt, aber auch entsprechende Benefits und Zusatzleistungen.
Echte Benefits benennen und mit Zusatzleistungen locken
Fordere ich als Arbeitgeber viel, ist es ebenso wichtig, dem künftigen Mitarbeiter Wertschätzung in Form von Benefits zu bieten. Unternehmen, die noch mit kostenlosem Kaffee und einem Obstkorb locken, sind kaum noch ernst zu nehmen. Kürzlich las ich eine Stellenanzeige für einen reinen Remote-Job, bei dem als Benefit der Obstkorb im Büro und die dort vorhandenen höhenverstellbaren Schreibtische als Zusatzleistungen angegeben waren. Hier fühle ich mich weder geschätzt noch ernst genommen. Ein Obstkorb animiert heutzutage keine gefragte Fachkraft mehr, sich ausgerechnet für dieses Unternehmen zu entscheiden. Auch sich als junges Start-up zu präsentieren schindet meist wenig Eindruck. Dies gilt nur als Indiz dafür, dass hier wenig Gehalt zu erwarten ist. Da bedarf es schon echter attraktiver Zusatzleistungen wie:
Freiwillige Sozialleistungen,
Bonuszahlungen,
Zuschüsse für den Nahverkehr,
flexible Arbeitszeiten und Einsatzorte,
unterstützte Sportangebote
oder ein Firmenrad.
Erfolgreiche Stellenanzeigen machen Lust auf den Job
Erfolgreiche Stellenanzeigen gestalten ist kein Hexenwerk. Ist es mir gelungen, mein Unternehmen sympathisch darzustellen? Haben mögliche Bewerber*innen nun eine gute Vorstellung von der Aufgabe und finden diese spannend? Da handelt es sich um eine erfolgreiche Stellenanzeige, die Lust auf den Job macht. Nun geht es nur noch darum, künftige mögliche Kolleginnen und Kollegen an diesem Punkt abzuholen.
Zur Bewerbung direkt auffordern und erfolgreich passende Fachkräfte finden
Wichtig ist es nun, die gesuchten Fachkräfte zum zeitnahen Handeln zu motivieren. Call-to-Action heißt das Zauberwort. Bringen Sie mit einem sympathischen Satz Interessierte dazu, sich wirklich zu bewerben. Eine Online-Bewerbung ist weitaus niedrigschwelliger als überholte Bewerbungsmappen. Wichtiger als ungezählte Arbeitszeugnisse ist sicher ein gutes Motivationsschreiben. Dies sagt viel mehr über Bewerber*innen aus als gängige Zeugnisse.
Je aussagekräftiger eine Stellenausschreibung ist, desto eher finden sich passende Bewerber*innen. So haben diese bereits im Vorfeld einen guten Eindruck vom Unternehmen und den Aufgaben. Das macht es leichter, dass sich hier zwei Parteien finden, die gut zueinander passen. Zusammengefasst gehört dies dazu, erfolgreiche Stellenausschreibungen zu gestalten:
Aufmerksamkeit generieren
Neugierde wecken, fesseln & motivieren
Sich sympathisch präsentieren
Die richtige Sprache wählen
Beschäftigung visualisieren
Details nennen
Anforderungen konkretisieren
Echte Benefits benennen
Lust auf den Job machen
Call-to-Action implementieren
Unternehmen, die diese Punkte berücksichtigen, haben eine gute Chance, passende Bewerbungen zu erhalten. Wer hat Erfahrung mit dem Texten von Stellenanzeigen? Wie sind die eigenen Erfahrungen auf Arbeitgeber- und auf Arbeitnehmerseite? Was gehört noch dazu, erfolgreiche Stellenanzeigen zu gestalten?
Textpreise haben eine große Preisrange. Von Dumpingpreisen bei Textportalen bis zum Freelance-Texter mit einem Stundensatz von über 180 € ist alles im Angebot. Doch was ist tatsächlich gerechtfertigt? Welcher Preis ist für einen Textauftrag realistisch? Diese Frage stellen sich Texter genauso gerne und oft wie Auftraggeber.
Mit Texten verhält es sich wie mit den meisten Dingen. Qualität hat einen gewissen Preis. Fast Fashion ist günstiger, aber schadet der Welt mehr, als sie nutzt. Die Haltbarkeit ist gering, der Wert der Nachhaltigkeit katastrophal. Günstige Textpreise bedeuten minderwertige Qualität. Ein schwacher Text ist nicht nur weniger schön, sondern schädlich. Schlechte Beiträge bringen einem Unternehmen nichts Gutes. Ob Google Ranking, Image oder mangelhafte Kundeninformation: Lausiger Content ist nicht nur umsonst bezahlt. Er hat zudem auch einen negativen Effekt. Aber wie erkenne ich echte Qualität und wie erhalte ich diese?
Unrealistische Textpreise
Ob als Bloggerin oder freiberufliche Texterin erhalte ich zahlreiche Anfragen für eine mögliche Zusammenarbeit. Neben spannenden Projekten bekomme ich leider zudem auch Vorschläge, bei denen die gebotenen Textpreise unterirdisch sind. Hier ein Beispiel einer Anfrage, die ich über ein Business-Netzwerk vor einigen Tagen erhalten habe:
Projektausschreibung für einen Freelance-Texter
(Die Formatierung habe ich aus dem Original so übernommen.)
Ich habe Ihr Profil bei xxx gefunden und möchte Sie fragen, ob dieser Auftrag interessant für Sie ist: Es geht um:
3-5 Artikel pro Tag / 5-7 Tage die Woche
40 € pro Text
Aufgabe:
Eigenständige Recherche sowie Aufbereitung aktueller, reichweitenstarker Newsthemen
Erstellen, redigieren sowie optimieren von Texten unter Berücksichtigung von SEO-Standards
Textaufbereitung im Content-Management-System inkl. Bildauswahl und -bearbeitung
Stetige Recherche nach neuen Themen und Trends aus TV, Streaming, Entertainment, Medien und Social Media
Kreative und datenbasierte Mitgestaltung der Redaktionsplanung sowie Priorisierung von Inhalten
Bereitschaft für Spät- und Wochenenddienste bei Bedarf
Wenn das für Sie interessant ist, freue ich mich über eine Rückmeldung. Mit freundlichen Grüßen …
Wie realistisch ist das Angebot?
Hat der Auftraggeber eine ernst zu nehmende Vorstellung von der Tätigkeit eines freiberuflichen Texters*? Hier analysiere ich, weshalb diese Ausschreibung inkl. der Vorstellung für Textpreise gänzlich unrealistisch ist:
3-5 Artikel pro Tag? >> Artikel mit Inhalt oder Artikelbeschreibungen? Wer schreibt eine solche Anzahl Texte an einem Tag, für die er zudem selbst (wie folgend beschrieben) Inhalte recherchiert?
5-7 Tage in der Woche? Damit ist dann wohl die Scheinselbstständigkeit endgültig besiegelt. Sieben Tage pro Woche für den gleichen Arbeitgeber arbeiten? Ist es legal, eine 7-Tage-Woche zu erwarten? Ein achter oder gar neunter Tag für weitere Auftraggeber erscheint zudem doch schwierig umsetzbar.
40 € pro Text? Wie nachfolgend beschrieben, handelt es sich um vielfältige Newsthemen, für deren Inhalte zudem eigenständige Recherche gefordert ist. Bei einem einigermaßen realistischen Stundenlohn für einen Selbstständigen steht mir also etwa eine halbe Stunde pro Text zur Verfügung. In dieser Zeit tippe ich so nicht nur schnell herunter, sondern erfülle auch noch diese weiteren geforderten Aufgaben:
Eigenständige Recherche sowie Aufbereitung aktueller, reichweitenstarker Newsthemen,
das Erstellen, Redigieren sowie Optimieren von Texten unter Berücksichtigung von SEO-Standards,
Textaufbereitung im Content-Management-System inkl. Bildauswahl und -bearbeitung,
stetige Recherche nach neuen Themen und Trends aus TV, Streaming, Entertainment, Medien und Social Media,
kreative und datenbasierte Mitgestaltung der Redaktionsplanung sowie Priorisierung von Inhalten.
Scheinselbstständig oder Freiberufler?
Hinzu kommt noch die geforderte Bereitschaft für Spät- und Wochenenddienste bei Bedarf. Und dies alles erledigt dann ein Freiberufler. Dieser versichert sich selbstverständlich selbst und stellt sein eigenes Büro und Arbeitsmaterial. Dazu erwartet der Verfasser dieser unsinnigen Anzeige neben unmenschlicher Leistungsbereitschaft auch noch eine besonders selbstständige und effektive Arbeitsweise. Zudem wünscht er sich umfassendes Allgemeinwissen und breit gestreute Interessen. Aber damit ist der Forderungskatalog noch lange nicht am Ende. Auch grafische und CMS-Skills, Datenbankanwendung, SEO-Fachwissen und ein Talent für Redaktionsplanung stehen auf der Wunschliste.
Unsinnige Angebote
Was sich der potenzielle Auftraggeber hier wünscht, ist eine eierlegende Wollmilchsau mit Talent zum Dehnen der Zeit. Hinzu bedarf es eines Hangs zu einem selbstlosen und durch und durch asketischen Lebensstil.
Solch ein Angebot ist Zeitverschwendung für beide Seiten. Der Texter investiert unbezahlte Arbeitszeit auf das Lesen der Anfrage. Und zudem ärgert er sich über solche Vorstellungen zu Textpreisen und Arbeitskonditionen. Dem möglichen Auftraggeber empfehle ich nur, seine Erwartungen doch bitte einfach einmal selbst zu analysieren.
Unrealistische Anfragen für Blog-Kooperationen
Bei Anfragen zur Zusammenarbeit für Beiträge auf meinem Blog stylepeacock.com erlebe ich oft ähnlich absurde Situationen. Das Briefing mit einem riesigen Forderungskatalog zum Content- und Social-Media-Sharing ist gleich mit dabei. Oftmals versuchen Unternehmen hier mit der Start-up-Mitleidsmasche so viel Leistung wie möglich für kaum einen Gegenwert zu erhalten. Der Anspruch ist hoch. Doch das gebotene Honorar besteht oftmals aus einem Barter Deal in Form eines Blumen- oder Cremetopfs. Mehr dazu in diesem Beitrag: Startup Mitleidsmasche & Barter Deals: Faire Kooperationen?
Darum kostet ein Text garantiert mehr als 40 €
Wie berechnen sich realistische Textpreise? Zunächst spielen bei der Kalkulation eines Honorars als Selbstständiger grundsätzliche Faktoren eine Rolle. Bei der Beauftragung einer Firma oder beim Kauf einer Ware stellt kaum ein Mensch infrage, dass der Preis selbstverständlich mehr als nur den Materialwert oder die reine Arbeitszeit beinhaltet. Ganz anders verhält es sich offenbar bei der Kalkulation für einen freiberuflichen Texter.
Wundertüte Honorar: Das macht Textpreise aus
So manch möglicher Auftraggeber für einen Text geht anscheinend davon aus, dass sich Textpreise an der Anzahl möglicher Anschläge pro Minute berechnen. Doch Texten ist nicht gleich Tippen und schon gar nicht im Akkord. Das Verfassen eines Beitrags beinhaltet außerdem so viel mehr. Von der ersten Kommunikation bis zur Korrekturphase liegen so viele aufwendige Arbeitsschritte in einem erstellten Artikel.
Arbeitsaufwand rund um den Text: So ergeben sich Textpreise
Akquise und Kommunikation
Zielgruppen-Analyse
ggf. Themenrecherche und Vorschläge
Briefing und Abstimmung
Content-Recherche
Keyword-Recherche (bei SEO-Online-Aufträgen)
Meta-Daten festlegen (SEO-Texte)
Textstruktur erstellen
Headlines festlegen (ggf. nach SEO-Richtlinien)
Text schreiben
inhaltliche Überarbeitung
SEO-Optimierung (online)
Rechtschreibprüfung / Redigieren
Bereitstellung
Kommunikation
ggf. Korrekturphase(n)
Textpreise beinhalten Zusatzaufwand
Neben der eigentlichen Arbeit am und rund um den Text finanziert jedes einzelne Honorar zudem auch alle weiteren Dinge, die ein Selbstständiger allein trägt. Textpreise beinhalten also mehr als getippte Wörter. Diese Faktoren zählen:
Je mehr Zeit sich ein Texter hier nimmt, desto sorgfältiger und akribischer arbeitet er. Ein guter Texter besitzt zudem einen hohen Bildungsstand mit überdurchschnittlicher Allgemeinbildung. Hinzu kommt Fachwissen in diversen Sparten. Wichtig ist auch die Bereitschaft, sich weiteres Wissen anzueignen. Gerade im Online-Bereich heißt es, permanent auf dem Laufenden zu bleiben. Ohne Talent geht es natürlich auch nicht. Gute Texte schreibt ein Mensch, der Worte und Geschichten liebt und der es zudem versteht, verbal Akzente zu setzen.
Textpreise verstehen und Arbeit wertschätzen
Ich hoffe, meine kleine Abhandlung zeigt, wie viel Arbeit in einem Text steckt. Copywriter berechnen ihre Textpreise unterschiedlich. Üblich sind oftmals Wortpreise oder auch Stundenhonorare. Mir erscheinen Pauschalbeitrage für einen geplanten Artikel sinnvoller. Hierbei überschlage ich Umfang und Rechercheaufwand. Oftmals ist das auf einen tatsächlichen Stundenlohn gerechnet, für mich sogar eher ungünstig, aber es garantiert transparente und zuverlässige Textpreise für den Auftraggeber.
Meine Kalkulation der Textpreise
Mir liegt Qualität sehr am Herzen, ob ich nun eine Blog-Kooperation eingehe oder einen Fachartikel für einen Kunden schreibe. Daher investiere ich oftmals sehr viel Zeit in einen Beitrag und die zugehörige Recherche. Andererseits setzt es mich selbst weniger unter Druck, wenn ich nicht nach Wortanzahl oder Stundenpreis arbeite. Hier findet jeder für sich das beste Modell. Daher sind die bei mir angegebenen Preise auch nur Richtwerte. Für einen komplexen Artikel zu einem Wirtschaftsthema oder einem medizinischen Sachverhalt ist natürlich mehr Fachwissen und Vorbereitung notwendig. Ein unterhaltsames Lifestyle-Thema schreibt sich schneller. Bei SEO-Texten liegt hier die Zeitfalle aber oftmals in der Keyword-Recherche. Für angesagte Themen hervorragende und nicht verbrauchte Schlüsselwörter zu finden, ist eine echte Herausforderung.
Realistische Textpreise für Texter und Auftraggeber
Für freiberufliche Texter ist es wichtig, ihre eigene Expertise richtig einzuschätzen. Wer besondere Skills wie sehr gute SEO-Kenntnisse oder außergewöhnliches Fachwissen besitzt, lässt sich dies auch honorieren. Hinzu kommt zudem die Einschätzung des Schwierigkeitsgrads des beauftragten Textes. Wie viel Recherche ist notwendig und wie hoch ist der Umfang und möglich Zeitaufwand? Ein Auftraggeber, der hochwertige Texte benötigt, bezahlt hierfür natürlich einen anderen Preis als für eine simple Artikelbeschreibung. Texte in Broschüren, Magazinen, Katalogen oder auf Firmenportalen sind zudem Aushängeschilder für ein Unternehmen. Wer hier spart, tut sich und seinem Betrieb keinen Gefallen. Der Spruch „Wer billig kauft, kauft zweimal“ ergibt beim Textkauf durchaus Sinn.
Ein exzellenter Broschürentext generiert Kunden und ein besonders gut optimierter SEO-Text katapultiert Texte in Google auch organisch nach vorn. Text ist nicht gleich Text und es ist einfach nicht möglich, einen guten Artikel für 40 € zu liefern.
Text und Urheberrecht
Ein weiterer wichtiger Punkt, der eine Rolle für Textpreise spielt, sind die Rechte, die der Auftraggeber mit dem Text erwirbt. Wer einen Text beauftragt, kauft diesen nicht als Besitz. Soweit nichts anderes vereinbart, gilt das einfache Nutzungsrecht. Sobald ein Text die Merkmale einer eigenen kreativen Leistung aufweist, greift hier das Urheberrecht. Möchte ein Unternehmen Texte für verschiedene Zwecke einsetzen oder selbst ändern, ist dies gesondert zu honorieren. Mehr dazu folgt in einem weiteren Beitrag. Das Texthonorar, um das es in diesem Artikel ging, betrifft die vereinbarte Nutzung eines Artikels für den beauftragten Zweck. Vom Urheberrecht ausgenommen sind lediglich einfache Sachtexte wie simple Artikelbeschreibungen.
Wie finde ich einen guten Texter?
Tatsächlich bekomme ich viele Anfragen, weil meine SEO-Expertise hervorragend ist. Mögliche Auftraggeber für Texte wie auch Partner für Blog-Kooperationen finden mich häufig über von mir stammende Beiträge. Beispiele der für Unternehmen geschriebenen Beiträge promote ich hier auf meiner Texter-Website und in Businessportalen wie XING und LinkedIn. Meine Blog-Beiträge entdecken Firmen auf der Suche nach für sie relevanten Themen. Bei vielen Blog-Posts bin ich zu diversen relevanten Keywords rein organisch auf Seite 1 bei Google gelistet.
Auftraggeber schauen sich am besten Referenzen und Konditionen an. Diese sagen zu und der Texter schreibt zudem für die gewünschten Themenbereiche? Meist zeigt hier bereits der erste Kontakt, ob die Chemie stimmt. Wer zudem regelmäßig Texte für sein Unternehmen benötigt, tut gut daran, auf eine langfristige Zusammenarbeit hinzuarbeiten. Wer nur auf Textpreise schaut, findet sicherlich nicht den optimalen Partner. Gute Texter entwickeln eine abgestimmte Unternehmenssprache, die auf die Zielgruppe angepasst ist. So schreibe ich z. B. regelmäßig für das Portal halloarbeit.de. Nahezu alle Texte aus den Bereichen Unternehmenskultur und Innenarchitektur stammen aus meiner Feder.
Qualität hat ihren Preis
Mein Spektrum ist breit aufgestellt und ich verfüge über hohe Sachkenntnisse in vielen Bereichen sowie ein hervorragendes Allgemeinwissen. Mit einem Händchen für SEO bringe ich Texte in Google nach vorn. Aber auch Print-Texte verfasse ich, ob für Kataloge, Broschüren, Flyer oder Fachmagazine.
Daher liegen meine Textpreise garantiert bei mir mehr als 40 € pro Artikel und ich arbeite nicht für minimale Wortpreise. In der Regel sind die Kunden mit meiner Arbeit jedoch so zufrieden, dass kaum einmal eine kleine Korrektur nötig ist. Dies erfordert natürlich viel Vorarbeit, Mühe, Zeitaufwand und Sorgfalt. Doch ich weiß, dass meine Texte es wert sind und meine Auftraggeber sehen das ebenso.
Ich hoffe, mein Artikel weckt Verständnis für Textpreise und den Aufwand, der hinter einem guten Artikel steht. Wie sieht es bei Ihnen aus? Welche Erfahrungen haben sie als Auftraggeber gemacht? Wie sieht es bei Texterkolleginnen und -kollegen aus? Haben Sie Erfahrungen mit Dumping-Honoraren und schlecht zahlenden Text-Portalen?
Ich freue mich auf Kommentare zum Thema!
Christina Walz
* Aus Gründen des Leseflusses gendere ich diese Berufsbezeichnung nicht durchgehend. Mit dem Beruf „Texter“ z. B. spreche ich alle Geschlechter (m/w/d) gleichermaßen an.
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