Erfolgreiche Stellenanzeigen gestalten und Fachkräfte finden

In Zeiten von Fachkräftemangel ist es besonders wichtig, erfolgreiche Stellenanzeigen zu gestalten. Viele Unternehmen suchen händeringend nach gut ausgebildeten Kräften und neuen Kolleginnen und Kollegen. Hochqualifizierte Arbeitnehmer*innen sind am Arbeitsmarkt gefragt wie selten zuvor. Erfolgreich neue und vor allem passende Mitarbeiter*innen zu finden, heißt zunächst, deren Aufmerksamkeit zu gewinnen. Doch wie gelingt es, eine Stellenausschreibung so zu formulieren, dass sich viele und vor allem passende Arbeitskräfte um die Position bewerben?

Erfolgreiche Stellenanzeigen gestalten und Fachkräfte finden

Zehn Punkte sind besonders wichtig, um erfolgreiche Stellenausschreibungen zu gestalten und so passendes Personal zu finden:

Aufmerksamkeit generieren

Erfolgreiche Stellenanzeigen gestalten beginnt mit dem Titel der Ausschreibung. Dieser erfordert hohe Kunst, denn es geht darum, in wenigen Worten die Position zu definieren. Neben der Jobbezeichnung ist der Ort von hoher Relevanz. Bei einem reinen Remote-Job bitte auch dies direkt angeben.

Der Titel für erfolgreiche Stellenanzeigen

Was passiert, wenn ich eine Stellenanzeige mit dem Header „Texter (w/m/d)“ lese? Nichts geschieht, zumindest nicht viel. Dies ist so undifferenziert und bedeutungslos, dass es auch nicht animiert, mir weitere Informationen zu erlesen. Vermutlich ist diese sehr allgemeine Formulierung dazu gedacht, eine breite Masse für den Job anzusprechen. Aber ist dies sinnvoll? Möchte ich gänzlich unpassende Bewerbungen erhalten, die mich Zeit und somit Geld kosten? Zudem geht diese Rechnung vermutlich nicht auf. Wahrscheinlich fühlen sich nicht besonders viele, sondern eher wenige Menschen angesprochen. Es fehlen konkrete Informationen, die signalisieren, zu wem der Job passt und wo die Beschäftigung stattfindet.

Besser ist es sicherlich, das geforderte Level, Branche und Ort anzugeben. „Erfahrener, technikaffiner Texter (w/m/d) mit tollen SEO Skills für unser Berliner Büro gesucht“ hingegen gibt in einer Headline eine Menge Informationen. Dies macht neugierig und sondert hierbei auch die Spreu vom Weizen. Als möglicher Bewerber weiß ich direkt, ob das Angebot eventuell passt. Ein Berufsanfänger ohne jedes technische Interesse oder Verständnis ist sowieso nicht geeignet. Wer an Online-Optimierung nicht interessiert ist und zudem einen reinen Remote-Job sucht, braucht gar nicht weiterzulesen. Dies erspart beiden Seiten Zeit. Wer nun noch dabei ist, hat zumindest grundsätzlich Interesse.

Neugierde wecken, fesseln & motivieren

Mit den ersten Sätzen kommt häufig der zweite große Fehler. Wie oft beginnt die Einleitung mit blumigen und detailreichen Beschreibungen des künftigen Arbeitgebers? „Wir sind ein Unternehmen mit 5000 Beschäftigten in der chemischen Industrie in NRW. Damit gehören wir zu den führenden Herstellern von Schwefelpulver im internationalen Segment der ….“ Sind Sie noch dabei? Beim Punkt der chemischen Industrie habe ich mich bereits ausgeklinkt. Mehr zum Unternehmen möchte der Angesprochene dann erfahren, wenn er weiß, dass der Job tatsächlich infrage kommt.

Also geht es darum, Interessenten zunächst zu vermitteln, worum es geht. „Du liebst es, knifflige Sachverhalte in spannende Lektüre umzuwandeln?“ spricht Bewerber*innen an. Erfolgreiche Stellenanzeigen gestalten ein erstes Bild von der künftigen Aufgabe. Details erfolgen später im Text der Ausschreibung. Fesseln Sie mögliche künftige Mitarbeiter*innen und motivieren Sie diese zum Weiterlesen. Machen Sie neugierig, was die Stelle noch bietet und zu wem sie vielleicht passt.

Erfolgreiche Stellenanzeigen wirken sympathisch

Das größte Unternehmen in der Branche zu sein, macht alleine keinen sympathischen Arbeitergeber aus. Ebenso wenig wie gleich überzogene Erwartungen und Vorstellungen einer allseits bereits turboschnellen eierlegenden Wollmilchsau zu präsentieren. Wirkt der mögliche Arbeitgeber arrogant auf mich, ist das alles andere als sympathisch. Ebenso bedeutet erfolgreiche Stellenanzeigen gestalten, Kandidatinnen oder Kandidaten nicht zu verschrecken. Habe ich das Gefühl, das Unternehmen erwartet Unmögliches, hält dies von einer Bewerbung womöglich ab. Das hat etwas von: Beschwere dich später nicht, wir haben dich doch vorgewarnt.

Sympathisch präsentiert sich, wer vor allem menschlich und zudem interessiert an künftigen möglichen Mitarbeiter*innen wirkt. „Dich macht es glücklich, dein Team für neue Ideen zu begeistern“ klingt sicherlich weitaus sympathischer als „du bist ein Leader, der alles dafür gibt, sein Team voranzubringen und anzutreiben“.

Mit Stellenanzeigen erfolgreich den richtigen Ton treffen

Damit passende Bewerber*innen weiterlesen und sich um den Job bemühen, ist es wichtig, den passenden Ton zu treffen. Im Deutschen fängt dies mit der Unterscheidung zwischen dem förmlichen Sie und dem legeren Duzen. Viele Stellenanzeigen bevorzugen heute das Du und im kreativen Bereich oder bei der Suche nach Berufsanfängern ist dies auch passend. Für eine Position im gehobenen öffentlichen Dienst oder vergleichbare Ausschreibungen ist aber mehr Förmlichkeit gefordert. Oftmals meinen Arbeitgeber, Duzen vermittle einen sympathischen Eindruck flacher Hierarchien und von einem guten Betriebsklima. Dies ist nur bedingt der Fall.

Deutsche Texter*innen in Englisch gesucht?

Neben der Ansprache ist auch tatsächlich die gewählte Sprache von Bedeutung. Schwer in Mode ist es zudem, Stellenanzeigen für den deutschen Stellenmarkt in Englisch zu formulieren. Oftmals frage ich mich, warum? Ist der Sinn, sich einen internationalen Touch zu geben? Oder geht es vielleicht darum, abzuklopfen, ob Bewerber*innen über ausreichend Sprachkenntnisse verfügen? Mir erschließt sich der Sinn nicht. Suche ich einen Copywriter für deutsche Texte, hilft es mir wenig, wenn ich eine englische Bewerbung erhalte. Geforderte zusätzliche Sprachkenntnisse lassen sich anders erfragen. Wichtig ist hierbei doch, wie sich Kandidatinnen oder Kandidaten in Deutsch ausdrücken.

Erfolgreiche Stellenanzeigen machen den Job vorstellbar

Lust mich zu bewerben macht es, wenn ich mir möglich ist, mir die Tätigkeit und das Umfeld bereits gut vorzustellen. Erfolgreiche Stellenausschreibungen visualisieren und erzeugen Bilder von der Tätigkeit, vom Arbeitsplatz und den künftigen Kolleginnen und Kollegen.

Viele Details führen zu passenden Bewerber*innen

Zahlreiche Details über die Aufgabe, Arbeitsort und Umfeld helfen dabei, sich am möglichen Arbeitsplatz vorzustellen. Passt die Vorstellung, macht dies Lust, sich umgehend zu bewerben. Kollidieren die Umstände jedoch mit meiner Lebenssituation, verliere weder ich noch der mögliche Arbeitgeber, wenn ich mich deswegen nicht um die Stelle bemühe.

Konkrete, aber realistische Anforderungen formulieren

Nun habe ich als Arbeitgeber mögliche Bewerber bis an diesen Punkt der Stellenanzeige gebracht. Dann ist es jetzt an der Zeit, die Anforderungen zu konkretisieren. Leider neigen Unternehmen dazu, Bewerber mit überzogenen Anforderungen in die Flucht zu schlagen. Bei mancher Stellenanzeige habe ich das Gefühl, hier sucht die Firma nicht einen neuen Mitarbeiter, sondern eine ganze Mannschaft. Geht es darum, Fachkräfte zu finden oder diese in die Flucht zu schlagen? Anforderungen, die jedes reale Maß an Erfüllbarkeit überschreiten, lassen ein Unternehmen unsympathisch wirken. Geht es hier wirklich darum, zufriedene Mitarbeiter langfristig zu binden oder doch nur darum, Menschen auszubeuten?

Fordert ein Arbeitgeber extrem viel, ist es umso wichtiger, dass er auch genügend bietet. Dies betrifft das Gehalt, aber auch entsprechende Benefits und Zusatzleistungen.

Echte Benefits benennen und mit Zusatzleistungen locken

Fordere ich als Arbeitgeber viel, ist es ebenso wichtig, dem künftigen Mitarbeiter Wertschätzung in Form von Benefits zu bieten. Unternehmen, die noch mit kostenlosem Kaffee und einem Obstkorb locken, sind kaum noch ernst zu nehmen. Kürzlich las ich eine Stellenanzeige für einen reinen Remote-Job, bei dem als Benefit der Obstkorb im Büro und die dort vorhandenen höhenverstellbaren Schreibtische als Zusatzleistungen angegeben waren. Hier fühle ich mich weder geschätzt noch ernst genommen. Ein Obstkorb animiert heutzutage keine gefragte Fachkraft mehr, sich ausgerechnet für dieses Unternehmen zu entscheiden. Auch sich als junges Start-up zu präsentieren schindet meist wenig Eindruck. Dies gilt nur als Indiz dafür, dass hier wenig Gehalt zu erwarten ist. Da bedarf es schon echter attraktiver Zusatzleistungen wie:

  • Freiwillige Sozialleistungen,
  • Bonuszahlungen,
  • Zuschüsse für den Nahverkehr,
  • flexible Arbeitszeiten und Einsatzorte,
  • unterstützte Sportangebote
  • oder ein Firmenrad.

Erfolgreiche Stellenanzeigen machen Lust auf den Job

Ist es mir gelungen, mein Unternehmen sympathisch darzustellen? Haben mögliche Bewerber*innen nun eine gute Vorstellung von der Aufgabe und finden diese spannend? Da handelt es sich um eine erfolgreiche Stellenanzeige, die Lust auf den Job macht. Nun geht es nur noch darum, künftige mögliche Kolleginnen und Kollegen an diesem Punkt abzuholen.

Zur Bewerbung direkt auffordern und erfolgreich passende Fachkräfte finden

Wichtig ist es nun, die gesuchten Fachkräfte zum zeitnahen Handeln zu motivieren. Call-to-Action heißt das Zauberwort. Bringen Sie mit einem sympathischen Satz Interessierte dazu, sich wirklich zu bewerben. Eine Online-Bewerbung ist weitaus niedrigschwelliger als überholte Bewerbungsmappen. Wichtiger als ungezählte Arbeitszeugnisse ist sicher ein gutes Motivationsschreiben. Dies sagt viel mehr über Bewerber*innen aus als gängige Zeugnisse.

Erfolgreiche Stellenanzeigen schaffen langfristige Arbeitsplätze

Je aussagekräftiger eine Stellenausschreibung ist, desto eher finden sich passende Bewerber*innen. So haben diese bereits im Vorfeld einen guten Eindruck vom Unternehmen und den Aufgaben. Das macht es leichter, dass sich hier zwei Parteien finden, die gut zueinander passen. Zusammengefasst gehört dies dazu, erfolgreiche Stellenausschreibungen zu gestalten:

  1. Aufmerksamkeit generieren
  2. Neugierde wecken, fesseln & motivieren
  3. Sich sympathisch präsentieren
  4. Die richtige Sprache wählen
  5. Beschäftigung visualisieren
  6. Details nennen
  7. Anforderungen konkretisieren
  8. Echte Benefits benennen
  9. Lust auf den Job machen
  10. Call-to-Action implementieren

Unternehmen, die diese Punkte berücksichtigen, haben eine gute Chance, passende Bewerbungen zu erhalten. Wer hat Erfahrung mit dem Texten von Stellenanzeigen? Wie sind die eigenen Erfahrungen auf Arbeitgeber- und auf Arbeitnehmerseite? Was gehört noch dazu, erfolgreiche Stellenanzeigen zu gestalten?

Ein weiterer Blog-Artikel, der sich mit der Wertschätzung von Arbeit befasst ist dieser: „Textpreise: Warum ein guter Text mehr als 40 € kostet“.

Ich freue mich auf Kommentare, Erfahrungen und Meinungen!

Christina Walz

Diese von mir geschriebenen Texte passen auch zum Thema:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.