Mein Texter-Honorar ist verhandelbar? 3 super Gründe gegen Einknicken!

Mein Texter-Honorar ist verhandelbar? 5 super Gründe gegen Einknicken!

Mein Texter-Honorar ist verhandelbar, also nur ein Vorschlag? Oder nicht? Bei Handwerkern oder Ladenpreisen ist es eher unüblich, den genannten Preis infrage zu stellen. Bei freiberuflichen Kreativleistungen wie Text oder Grafik hingegen habe ich den Eindruck, dass es mitunter wie auf dem Flohmarkt oder Basar zugeht. Geht es auch ein bisschen billiger? Ist dies ihr letzter Preis? Vermehrt höre ich in letzter Zeit solche Fragen, nachdem ich ein Angebot erstellt habe. Bin ich tatsächlich zu teuer?

Gehts auch ein bisschen billiger?

Bei uns allen sitzt das Geld nicht mehr so locker. Dennoch haben gewisse Dinge ihren Preis – und zwar nicht ohne Grund. Eine hochwertige Designer-Handtasche kostet mehr als ein Plastik-Fake aus China. Ein Bad mit frei stehender Badewanne und italienischen Marmorfliesen sind teurer als eine Standardausstattung. Ein erfahrener freiberuflicher Texter kostet mehr als schlechter Billigcontent einer Texterbörse. Zu diesem Thema hatte ich bereits mehrfach laut nachgedacht, so wie in >> diesem Beitrag. Speist der Agenturinhaber mittags beim Premium-Italiener seines Vertrauens, kostet ihn das mehr als ein Döner. Dies weiß er und stellt es kaum infrage. Aber mein Texter-Honorar ist verhandelbar und nur ein Versuch, möglichst viel herauszuschlagen? Das ist absurd.

Qualität anfragen und Schnäppchen erwarten?

In der Regel betreibe ich keine Kaltakquise, sondern potenzielle Kunden fragen mich an. Gelegentlich bewerbe ich mich auch auf Ausschreibungen. Dies geschieht dann meist über eine spezielle Freelancerbörse oder LinkedIn. Menschen kommen also auf mich zu, weil sie Bedarf an qualifiziertem Textcontent haben. Früher führte dies überwiegend recht unkompliziert zu einer Auftragserteilung. Mit meinem Honorar liege ich eher im Mittelfeld dessen, was Texter mit meiner Erfahrung und Expertise erwarten. Mondpreise rufe ich keine auf.

Meine Konditionen sind über meine Website oder seit Kurzem auch über MALT leicht erfahrbar. Gerne schnüre ich Pauschalpakete, denen letztendlich natürlich mein Stundensatz und eine Zeiteinschätzung zugrunde liegen. Immer öfter aber führt ein mit Liebe und Mühe sorgfältig kalkuliertes Angebot zu einer dieser drei Reaktionen:

  • Ghosting: Ich sende zeitnah ein professionelles Angebot und erhalte keinerlei Reaktion.
  • Oft erst auf Nachfrage, also nach Punkt eins – mitunter auch direkt, erfolgt eine Absage mit empörtem Unterton bezüglich meiner Kostenaufstellung.
  • Als Antwort stellt der mögliche Auftraggeber meinen Preis infrage und denkt das Texter-Honorar ist verhandelbar. Alternativ erhalte ich ein Gegenangebot, dass oftmals höchstens die Hälfte meiner Kalkulation beträgt.

Mein Texter-Honorar ist verhandelbar? Nein, die Leistung ist verhandelbar!

Dem Unternehmen ist der Preis zu hoch. Ich bin gerne bereit darüber zu sprechen. Dies heißt aber nicht, dass ich die gleiche Leistung zu einem weitaus günstigeren Preis anbiete. In er Chanel-Boutique erhalten Sie die Handtasche auch nicht zum halben Preis, weil dies genau Ihr Budget wäre. Eine Alternative ist hier eine kleinere Tasche oder vielleicht ein anderes Modell.

Mein Texter-Honorar ist verhandelbar!

Ja, das ist es. Gerne zeige ich Möglichkeiten auf, wie wir für ein begrenztes Budget doch noch zusammenkommen. Kunden sind in der Lage, den Preis zu dezimieren, in dem sie z. B.:

  • Eigenleistung einbringen
  • oder mit einem geringeren Umfang starten, der ausbaufähig ist.
  • Ein Rahmenvertrag ist ebenfalls eine Möglichkeit, im gesamten weniger zu zahlen. Garantiert mir ein Auftrag eine regelmäßige Auslastung, bin ich bereit, hierfür besondere Konditionen anzubieten.

Seriöse Kalkulation oder Fantasiepreis?

Meine im Angebot angegeben Honorare sind seriös und mit viel Aufwand kalkuliert. Wie also erwartet ein möglicher Kunde, dass ich einfach lapidar auf den halben Preis zurückrudere? Ein solches Verhalten bedeutet dann wohl, dass ich versuchsweise Mondpreise aufrufe, frei nach dem Motto, mal sehen, ob das durchgeht. So ist es aber nicht und daher biete ich gerne eine Einigung nach den oben genannten Kriterien an.

3 gute Gründe gegen das Einknicken beim Texter-Honorar

  1. Wertigkeit: Mein Honorar beschreibt meinen Wert. Ist meine Leistung nur die Hälfte wert, weil der Kunde nicht genug zahlen kann oder will?
  2. Glaubwürdigkeit: Mein Angebot ist eine ernst zu nehmende Kalkulation. Es beruht auf einem seriösen Stundensatz wie auch der Leistungsdefinition gemäß der Ausschreibung.
  3. Anpassungsfähigkeit: Gerne passe ich meine Leistung an das Budget eines Kunden an, soweit dies machbar erscheint und Sinn ergibt. Weniger wert ist meine Leistung deswegen aber nicht.

Leistungserschleichung durch Anfrage?

Kostenlose Probetexte biete ich nicht. Bei Kollegen habe ich beobachtet, dass zunehmend aufwendige Bewerberprojekte sogar bei Ausschreibungen für Festanstellungen gefragt sind. Hier erwarten manche (angebliche) Arbeitgeber ganze Broschürentexte oder Konzepte als Teil der Bewerbung. Betreiben hier Unternehmen Job-Ghosting und verschaffen sich so kostenlosen Content?

Das Preis-Leistungsprinzip

Ich bin durchaus in der Lage, einem potenziellen Auftraggeber einen Preis zu nennen, der seinem Budget entspricht. Hier zu passe ich das Leistungspaket entsprechend an, nicht aber meine grundsätzlichen Konditionen. Mitunter tut es ja auch eine kleinere Handtasche oder eine weniger luxuriöse Badewanne. Niemand verlangt vom Handwerker das Luxusbad zum Standardpreis, denkt jedoch, ein Texter-Honorar ist verhandelbar. Warum?

Wie sieht hier die Erfahrung anderer Freelancer aus? Wer hat noch das Gefühl, dass Angebote weniger Akzeptanz als früher erfahren und die Ghosting-Rate deutlich steigt?

Dumpingpreise für Text – 5 super Gründe für angemessene Honorare

Dumpingpreise für Badsanierung oder für Texcontent?

Warum sind Dumpingpreise im Textbereich so verbreitet? Nicht zum ersten Mal denke ich laut über das Thema nach. Doch jeder Tag gibt mir mindestens einen guten Grund, über Dumpingpreise zu staunen.

Im Internet finde ich auf den gängigen Social-Media-Plattformen und Job- und Fachportalen unzählige Angebote und Gesuche. Ob für Festanstellungen, kreative Projekte oder sonstige Dienstleistungen aller Art wie auch Handwerksaufträge: Menschen suchen und finden. Bei mancher Anzeige frage ich mich aber, ob hier jemals eine Zusammenarbeit möglich ist. Warum nur?

Dumpingpreise oder Marktlage?

Handwerker sind gefragt, denn wir alle benötigen Reparaturen, neue Bäder oder gar ein Haus. Aber brauchen Unternehmen weder Texte noch Content-Strategie für ihr Geschäft und ihre Produkte? Was denken Sie, wenn Sie diese Anzeige im Netz finden?

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Meine Vorstellung vom Traumbad:

  • raumhoch gefliest und Fliesenboden
  • neue Anordnung der Elemente
  • bodentiefe Dusche und frei stehende Badewanne
  • hochwertige Armaturen und Heizkörper als Handtuchhalter in Gold oder Schwarz
  • diverse Premiumfliesen
  • Fertigstellung innerhalb der nächsten vier Wochen

Preisvorstellung: 250,00 €.

Dumpingpreise akzeptieren?

Spätestens hier verschluckt sich der erste Leser. Komma bedeutend verrutscht oder ist es ein verspäteter Aprilscherz? Kein Mensch käme auf den Gedanken, solide Handwerksleute nach solchen Konditionen zu fragen. Eine Texterin oder Texter allerdings schon.

Handwerk hat goldenen Boden, Texten wohl nicht

Wir Autoren sind täglich mit Ausschreibungen und Anfragen dieser Art konfrontiert. Unternehmen suchen Schreiberlinge für 20 Stunden pro Woche auf Minijobbasis, gerne auch für 500 € monatlich als Freiberufler. Dazu hat der Auftraggeber oft recht fantasievolle Vorstellungen vom Umfang, der in dieser Zeit zu absolvieren ist.

Dumpingpreise für Texter

Eine Ghostwriting-Agentur benötigt wissenschaftliche Texte aller Art, die einen einschlägigen akademischen Hintergrund und zusätzliche Texterqualitäten erfordern. Dafür bieten sie 15 bis 30 Euro pro Seite inklusive Briefing, Kommunikation, Recherche und Korrekturphase. Als Benefit werben sie mit pünktlicher Bezahlung.

Wow! Das ist fast noch beeindruckender als der Obstkorb bei Festanstellung.

Zahlung ohne Mahnverfahren als Benefit! Da arbeite ich doch gerne zu einem Honorar unter Mindestlohn. Lieber der Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach, oder?

Dumpingpreise und Benefits

Dieses umwerfende Argument der pünktlichen Bezahlung eignet sich doch auch hervorragend für die Suche nach dem Badsanierer, oder? Komm, mach mir das Bad und freu dich, wenn ein paar Cent am Ende hängen bleiben.

Warum also denken Unternehmen, ein Freelancer freut sich über Textaufträge mit einem Stundensatz, der auf 3,50 € pro Stunde hinausläuft? Und noch schlimmer: Warum erwarten sie mit vollem Ernst auch noch einen fundierten Background, eine extrem strukturierte Arbeitsweise und beeindruckende Ergebnisse in kurzer Zeit?

Kreative Dumpingspreise aller Art

Mindestens genauso schlimm sind Wortpreise, die selbst bei flotter Arbeitsweise umgerechnet Stundenlöhne von vier bis sieben Euro ergeben. Natürlich selbstständig, versteht sich, damit alle Lohnnebenkosten beim Beauftragten hängenbleiben.

Ich komme ins Grübeln. Gute Handwerker:innen sind in der Tat begehrtes Gut und kaum als Schnäppchen zu haben. Hochwertige Leistung kostet hier oftmals richtig viel Geld. Die Rechnung wird in der Regel anstandslos bezahlt, gerade bei fachgerechter, anständiger Leistung.

Wie sieht es hingegen bei Copywritern aus? Der Texter-Verband gibt seriöse Richtlinien für die Preisgestaltung vor.

Texter gut und billig?

In meinem Blogbeitrag zum Thema Texthonorare gehe ich näher auf darauf ein, was hinter einem guten Text steckt. Hier beleuchte ich Voraussetzungen und Aufwand genauer.

5 Gründe, mehr zu zahlen

Ob Handwerksprojekt oder Textcontent: Letztendlich sind es genau die gleichen 5 Gründe, die für eine angemessene Bezahlung und gegen Dumpingpreise sprechen:

  • Der Beauftragte versteht seinen Job und damit meine Vorstellungen und Bedürfnisse.
  • Ich wünsche eine unkomplizierte, pünktliche Abwicklung.
  • Eine zeitnahe, fachgerechte Ausführung ohne viele Nachbesserungen ist mir wichtig.
  • Die Beauftragten verstehen ihr Handwerk und bringen den richtigen fachlichen Hintergrund mit.
  • Das Ergebnis entspricht meinen Vorstellungen und Erwartungen und bietet ein nachhaltig überzeugendes Ergebnis.

Natürlich ist ein höherer Preis kein Garant für ein optimales Ergebnis, weder beim Handwerksauftrag noch beim Textcontent. Schwarze Schafe, Missverständnisse oder mangelnde Kompetenzen finden sich in allen Bereichen an der einen oder anderen Stelle. Aber umgekehrt ist es völlig logisch, dass mir weder Fliesenleger noch Autoren für einen Minipreis ein anständiges Ergebnis liefern.

Sicher finden Sie irgendeinen Menschen, der weit unter Marktpreis Ihren Auftrag ausführt. Vermutlich geschieht dies schwarz und ohne richtige Ausbildung, anständige Werkzeuge oder die nötigen Kenntnisse. Aber ein nicht nur ein unvorhergesehenes anschließendes Leck im Rohr schadet und bedarf einer Nachbeauftragung von Fachleuten, die dann richtig ins Geld geht.

Auch schlechter Text bietet keinen Mehrwert und schadet. Er kostet Zeit und Nerven und wie heißt es nicht umsonst so schön? Wer billig kauft, kauft zweimal.

Wie denken Sie über die Bereitschaft, für Handwerksleistungen wesentlich mehr Geld auszugeben als für kreative Denk- und Gestaltungsleistungen? Haben auch Sie solche Erfahrungen gemacht?

Weitere spannende Themen finden sich hier auch auf dem Blog.

Textpreise: Warum ein smarter Text garantiert mehr als 40 € kostet

Textpreise: Warum ein guter Text mehr als 40 € kostet

Textpreise haben eine große Preisrange. Von Dumpingpreisen bei Textportalen bis zum Freelance-Texter mit einem Stundensatz von über 180 € ist alles im Angebot. Doch was ist tatsächlich gerechtfertigt? Welcher Preis ist für einen Textauftrag realistisch? Diese Frage stellen sich Texter genauso gerne und oft wie Auftraggeber.

Textpreise: Warum  ein guter Text mehr als 40 € kos

Sind hohe Textpreise angemessen?

Mit Texten verhält es sich wie mit den meisten Dingen. Qualität hat einen gewissen Preis. Fast Fashion ist günstiger, aber schadet der Welt mehr, als sie nutzt. Die Haltbarkeit ist gering, der Wert der Nachhaltigkeit katastrophal. Günstige Textpreise bedeuten minderwertige Qualität. Ein schwacher Text ist nicht nur weniger schön, sondern schädlich. Schlechte Beiträge bringen einem Unternehmen nichts Gutes. Ob Google Ranking, Image oder mangelhafte Kundeninformation: Lausiger Content ist nicht nur umsonst bezahlt. Er hat zudem auch einen negativen Effekt. Aber wie erkenne ich echte Qualität und wie erhalte ich diese?

Unrealistische Textpreise

Ob als Bloggerin oder freiberufliche Texterin erhalte ich zahlreiche Anfragen für eine mögliche Zusammenarbeit. Neben spannenden Projekten bekomme ich leider zudem auch Vorschläge, bei denen die gebotenen Textpreise unterirdisch sind. Hier ein Beispiel einer Anfrage, die ich über ein Business-Netzwerk vor einigen Tagen erhalten habe:

Projektausschreibung für einen Freelance-Texter

(Die Formatierung habe ich aus dem Original so übernommen.)


Ich habe Ihr Profil bei xxx gefunden und möchte Sie fragen, ob dieser Auftrag interessant für Sie ist:
Es geht um:

  • 3-5 Artikel pro Tag / 5-7 Tage die Woche
  • 40 € pro Text

Aufgabe:

  • Eigenständige Recherche sowie Aufbereitung aktueller, reichweitenstarker Newsthemen
  • Erstellen, redigieren sowie optimieren von Texten unter Berücksichtigung von SEO-Standards
  • Textaufbereitung im Content-Management-System inkl. Bildauswahl und -bearbeitung
  • Stetige Recherche nach neuen Themen und Trends aus TV, Streaming, Entertainment, Medien und Social Media
  • Kreative und datenbasierte Mitgestaltung der Redaktionsplanung sowie Priorisierung von Inhalten
  • Bereitschaft für Spät- und Wochenenddienste bei Bedarf

Wenn das für Sie interessant ist, freue ich mich über eine Rückmeldung.
Mit freundlichen Grüßen …

Wie realistisch ist das Angebot?

Hat der Auftraggeber eine ernst zu nehmende Vorstellung von der Tätigkeit eines freiberuflichen Texters*? Hier analysiere ich, weshalb diese Ausschreibung inkl. der Vorstellung für Textpreise gänzlich unrealistisch ist:

Copy, Blogbeiträge & Fachartikel


3-5 Artikel pro Tag? >> Artikel mit Inhalt oder Artikelbeschreibungen? Wer schreibt eine solche Anzahl Texte an einem Tag, für die er zudem selbst (wie folgend beschrieben) Inhalte recherchiert?

5-7 Tage in der Woche? Damit ist dann wohl die Scheinselbstständigkeit endgültig besiegelt. Sieben Tage pro Woche für den gleichen Arbeitgeber arbeiten? Ist es legal, eine 7-Tage-Woche zu erwarten? Ein achter oder gar neunter Tag für weitere Auftraggeber erscheint zudem doch schwierig umsetzbar.

40 € pro Text? Wie nachfolgend beschrieben, handelt es sich um vielfältige Newsthemen, für deren Inhalte zudem eigenständige Recherche gefordert ist. Bei einem einigermaßen realistischen Stundenlohn für einen Selbstständigen steht mir also etwa eine halbe Stunde pro Text zur Verfügung. In dieser Zeit tippe ich so nicht nur schnell herunter, sondern erfülle auch noch diese weiteren geforderten Aufgaben:

  • Eigenständige Recherche sowie Aufbereitung aktueller, reichweitenstarker Newsthemen,
  • das Erstellen, Redigieren sowie Optimieren von Texten unter Berücksichtigung von SEO-Standards,
  • Textaufbereitung im Content-Management-System inkl. Bildauswahl und -bearbeitung,
  • stetige Recherche nach neuen Themen und Trends aus TV, Streaming, Entertainment, Medien und Social Media,
  • kreative und datenbasierte Mitgestaltung der Redaktionsplanung sowie Priorisierung von Inhalten.
Scheinselbstständig oder Freiberufler?

Hinzu kommt noch die geforderte Bereitschaft für Spät- und Wochenenddienste bei Bedarf. Und dies alles erledigt dann ein Freiberufler. Dieser versichert sich selbstverständlich selbst und stellt sein eigenes Büro und Arbeitsmaterial. Dazu erwartet der Verfasser dieser unsinnigen Anzeige neben unmenschlicher Leistungsbereitschaft auch noch eine besonders selbstständige und effektive Arbeitsweise. Zudem wünscht er sich umfassendes Allgemeinwissen und breit gestreute Interessen. Aber damit ist der Forderungskatalog noch lange nicht am Ende. Auch grafische und CMS-Skills, Datenbankanwendung, SEO-Fachwissen und ein Talent für Redaktionsplanung stehen auf der Wunschliste.

Unsinnige Angebote

Was sich der potenzielle Auftraggeber hier wünscht, ist eine eierlegende Wollmilchsau mit Talent zum Dehnen der Zeit. Hinzu bedarf es eines Hangs zu einem selbstlosen und durch und durch asketischen Lebensstil.

Solch ein Angebot ist Zeitverschwendung für beide Seiten. Der Texter investiert unbezahlte Arbeitszeit auf das Lesen der Anfrage. Und zudem ärgert er sich über solche Vorstellungen zu Textpreisen und Arbeitskonditionen. Dem möglichen Auftraggeber empfehle ich nur, seine Erwartungen doch bitte einfach einmal selbst zu analysieren.

Unrealistische Anfragen für Blog-Kooperationen

Bei Anfragen zur Zusammenarbeit für Beiträge auf meinem Blog stylepeacock.com erlebe ich oft ähnlich absurde Situationen. Das Briefing mit einem riesigen Forderungskatalog zum Content- und Social-Media-Sharing ist gleich mit dabei. Oftmals versuchen Unternehmen hier mit der Start-up-Mitleidsmasche so viel Leistung wie möglich für kaum einen Gegenwert zu erhalten. Der Anspruch ist hoch. Doch das gebotene Honorar besteht oftmals aus einem Barter Deal in Form eines Blumen- oder Cremetopfs. Mehr dazu in diesem Beitrag: Startup Mitleidsmasche & Barter Deals: Faire Kooperationen?

Darum kostet ein Text garantiert mehr als 40 €

Wie berechnen sich realistische Textpreise? Zunächst spielen bei der Kalkulation eines Honorars als Selbstständiger grundsätzliche Faktoren eine Rolle. Bei der Beauftragung einer Firma oder beim Kauf einer Ware stellt kaum ein Mensch infrage, dass der Preis selbstverständlich mehr als nur den Materialwert oder die reine Arbeitszeit beinhaltet. Ganz anders verhält es sich offenbar bei der Kalkulation für einen freiberuflichen Texter.

Wundertüte Honorar: Das macht Textpreise aus

So manch möglicher Auftraggeber für einen Text geht anscheinend davon aus, dass sich Textpreise an der Anzahl möglicher Anschläge pro Minute berechnen. Doch Texten ist nicht gleich Tippen und schon gar nicht im Akkord. Das Verfassen eines Beitrags beinhaltet außerdem so viel mehr. Von der ersten Kommunikation bis zur Korrekturphase liegen so viele aufwendige Arbeitsschritte in einem erstellten Artikel.

Arbeitsaufwand rund um den Text: So ergeben sich Textpreise
  • Akquise und Kommunikation
  • Zielgruppen-Analyse
  • ggf. Themenrecherche und Vorschläge
  • Briefing und Abstimmung
  • Content-Recherche
  • Keyword-Recherche (bei SEO-Online-Aufträgen)
  • Meta-Daten festlegen (SEO-Texte)
  • Textstruktur erstellen
  • Headlines festlegen (ggf. nach SEO-Richtlinien)
  • Text schreiben
  • inhaltliche Überarbeitung
  • SEO-Optimierung (online)
  • Rechtschreibprüfung / Redigieren
  • Bereitstellung
  • Kommunikation
  • ggf. Korrekturphase(n)
Texte so vielfältig wie das leben!
Dumpingpreise für Texter
Textpreise beinhalten Zusatzaufwand

Neben der eigentlichen Arbeit am und rund um den Text finanziert jedes einzelne Honorar zudem auch alle weiteren Dinge, die ein Selbstständiger allein trägt. Textpreise beinhalten also mehr als getippte Wörter. Diese Faktoren zählen:

  • Büro und Ausstattung
  • Arbeitsmaterialien und Fachliteratur
  • Urlaubszeiten und Feiertage
  • Versicherung und Steuern
  • Altersvorsorge und Sozialversicherung
  • Büroarbeit / Verwaltungsaufwand
  • projektunabhängige Kommunikation
  • Weiterbildung
  • Kundenakquise und Leerlaufzeiten
  • ggf. Fahrkosten und Fahrtzeiten
  • überdurchschnittliche Skills, Allgemeinwissen & Berufserfahrung

Je mehr Zeit sich ein Texter hier nimmt, desto sorgfältiger und akribischer arbeitet er. Ein guter Texter besitzt zudem einen hohen Bildungsstand mit überdurchschnittlicher Allgemeinbildung. Hinzu kommt Fachwissen in diversen Sparten. Wichtig ist auch die Bereitschaft, sich weiteres Wissen anzueignen. Gerade im Online-Bereich heißt es, permanent auf dem Laufenden zu bleiben. Ohne Talent geht es natürlich auch nicht. Gute Texte schreibt ein Mensch, der Worte und Geschichten liebt und der es zudem versteht, verbal Akzente zu setzen.

Textpreise verstehen und Arbeit wertschätzen

Ich hoffe, meine kleine Abhandlung zeigt, wie viel Arbeit in einem Text steckt. Copywriter berechnen ihre Textpreise unterschiedlich. Üblich sind oftmals Wortpreise oder auch Stundenhonorare. Mir erscheinen Pauschalbeitrage für einen geplanten Artikel sinnvoller. Hierbei überschlage ich Umfang und Rechercheaufwand. Oftmals ist das auf einen tatsächlichen Stundenlohn gerechnet, für mich sogar eher ungünstig, aber es garantiert transparente und zuverlässige Textpreise für den Auftraggeber.

Meine Kalkulation der Textpreise

Mir liegt Qualität sehr am Herzen, ob ich nun eine Blog-Kooperation eingehe oder einen Fachartikel für einen Kunden schreibe. Daher investiere ich oftmals sehr viel Zeit in einen Beitrag und die zugehörige Recherche. Andererseits setzt es mich selbst weniger unter Druck, wenn ich nicht nach Wortanzahl oder Stundenpreis arbeite. Hier findet jeder für sich das beste Modell. Daher sind die bei mir angegebenen Preise auch nur Richtwerte. Für einen komplexen Artikel zu einem Wirtschaftsthema oder einem medizinischen Sachverhalt ist natürlich mehr Fachwissen und Vorbereitung notwendig. Ein unterhaltsames Lifestyle-Thema schreibt sich schneller. Bei SEO-Texten liegt hier die Zeitfalle aber oftmals in der Keyword-Recherche. Für angesagte Themen hervorragende und nicht verbrauchte Schlüsselwörter zu finden, ist eine echte Herausforderung.

Realistische Textpreise für Texter und Auftraggeber

Für freiberufliche Texter ist es wichtig, ihre eigene Expertise richtig einzuschätzen. Wer besondere Skills wie sehr gute SEO-Kenntnisse oder außergewöhnliches Fachwissen besitzt, lässt sich dies auch honorieren. Hinzu kommt zudem die Einschätzung des Schwierigkeitsgrads des beauftragten Textes. Wie viel Recherche ist notwendig und wie hoch ist der Umfang und möglich Zeitaufwand? Ein Auftraggeber, der hochwertige Texte benötigt, bezahlt hierfür natürlich einen anderen Preis als für eine simple Artikelbeschreibung. Texte in Broschüren, Magazinen, Katalogen oder auf Firmenportalen sind zudem Aushängeschilder für ein Unternehmen. Wer hier spart, tut sich und seinem Betrieb keinen Gefallen. Der Spruch „Wer billig kauft, kauft zweimal“ ergibt beim Textkauf durchaus Sinn.

Ein exzellenter Broschürentext generiert Kunden und ein besonders gut optimierter SEO-Text katapultiert Texte in Google auch organisch nach vorn. Text ist nicht gleich Text und es ist einfach nicht möglich, einen guten Artikel für 40 € zu liefern.

Text und Urheberrecht

Ein weiterer wichtiger Punkt, der eine Rolle für Textpreise spielt, sind die Rechte, die der Auftraggeber mit dem Text erwirbt. Wer einen Text beauftragt, kauft diesen nicht als Besitz. Soweit nichts anderes vereinbart, gilt das einfache Nutzungsrecht. Sobald ein Text die Merkmale einer eigenen kreativen Leistung aufweist, greift hier das Urheberrecht. Möchte ein Unternehmen Texte für verschiedene Zwecke einsetzen oder selbst ändern, ist dies gesondert zu honorieren. Mehr dazu folgt in einem weiteren Beitrag. Das Texthonorar, um das es in diesem Artikel ging, betrifft die vereinbarte Nutzung eines Artikels für den beauftragten Zweck. Vom Urheberrecht ausgenommen sind lediglich einfache Sachtexte wie simple Artikelbeschreibungen.

Wie finde ich einen guten Texter?

Tatsächlich bekomme ich viele Anfragen, weil meine SEO-Expertise hervorragend ist. Mögliche Auftraggeber für Texte wie auch Partner für Blog-Kooperationen finden mich häufig über von mir stammende Beiträge. Beispiele der für Unternehmen geschriebenen Beiträge promote ich hier auf meiner Texter-Website und in Businessportalen wie XING und LinkedIn. Meine Blog-Beiträge entdecken Firmen auf der Suche nach für sie relevanten Themen. Bei vielen Blog-Posts bin ich zu diversen relevanten Keywords rein organisch auf Seite 1 bei Google gelistet.

Auftraggeber schauen sich am besten Referenzen und Konditionen an. Diese sagen zu und der Texter schreibt zudem für die gewünschten Themenbereiche? Meist zeigt hier bereits der erste Kontakt, ob die Chemie stimmt. Wer zudem regelmäßig Texte für sein Unternehmen benötigt, tut gut daran, auf eine langfristige Zusammenarbeit hinzuarbeiten. Wer nur auf Textpreise schaut, findet sicherlich nicht den optimalen Partner. Gute Texter entwickeln eine abgestimmte Unternehmenssprache, die auf die Zielgruppe angepasst ist. So schreibe ich z. B. regelmäßig für das Portal halloarbeit.de. Nahezu alle Texte aus den Bereichen Unternehmenskultur und Innenarchitektur stammen aus meiner Feder.

Qualität hat ihren Preis

Mein Spektrum ist breit aufgestellt und ich verfüge über hohe Sachkenntnisse in vielen Bereichen sowie ein hervorragendes Allgemeinwissen. Mit einem Händchen für SEO bringe ich Texte in Google nach vorn. Aber auch Print-Texte verfasse ich, ob für Kataloge, Broschüren, Flyer oder Fachmagazine.

Daher liegen meine Textpreise garantiert bei mir mehr als 40 € pro Artikel und ich arbeite nicht für minimale Wortpreise. In der Regel sind die Kunden mit meiner Arbeit jedoch so zufrieden, dass kaum einmal eine kleine Korrektur nötig ist. Dies erfordert natürlich viel Vorarbeit, Mühe, Zeitaufwand und Sorgfalt. Doch ich weiß, dass meine Texte es wert sind und meine Auftraggeber sehen das ebenso.

Ich hoffe, mein Artikel weckt Verständnis für Textpreise und den Aufwand, der hinter einem guten Artikel steht. Wie sieht es bei Ihnen aus? Welche Erfahrungen haben sie als Auftraggeber gemacht? Wie sieht es bei Texterkolleginnen und -kollegen aus? Haben Sie Erfahrungen mit Dumping-Honoraren und schlecht zahlenden Text-Portalen?

Ich freue mich auf Kommentare zum Thema!

Christina Walz

* Aus Gründen des Leseflusses gendere ich diese Berufsbezeichnung nicht durchgehend. Mit dem Beruf „Texter“ z. B. spreche ich alle Geschlechter (m/w/d) gleichermaßen an.